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Wie lange schweigt Woidke?

4. April 2014 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

H_kommentar_wpEs fällt schon auf, wie bedeckt sich Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zum Thema BTU-Fusion und Präsidentenfindung hält.
Was seine noch von Platzeck eingesetzte und nicht zufällig parteilose Ministerin Prof. Dr. Sabine Kunst im Amte vollführt, ist das Pensum einer Riesin. Die kleine Frau verwirklicht mit großem Atem, was ihr der Brotgeber auftrug: die universitäre Provinz in die Schranken, bestenfalls in energiewissenschaftliche Grenzen zu verweisen. Das lässt sich natürlich nicht unter roten Fahnen laut formulieren. Aber Strohleute fürs Grobe einzusetzen, ist gängige Methode im politischen Handwerk. Und es gehört sich, solchermaßen Getreuen nicht die Gunst zu versagen. Der Mann aus Forst kann also – bei aller Liebe für die heimatliche Lausitz – seine emsige Erfüllungsgehilfin und deren superbraven Gründungsbeauftragten Hendriks vor Ort gar nicht an die Kandare nehmen.
Aber er riskiert beim Jonglieren mit diesem schweren Erbe selbst den Kopf. Denn was gegenwärtig von allen Seiten heftig beweint wird, ist längst keine Personalie mehr, sondern ein faustschwerer Schlag gegen den Brandenburger Süden. Der hat, neben der vom ganz roten Kabinettspartner immer wieder infrage gestellten Energiebasis eben nur diese Hochschulen als starke Infrastruktur-Kerne. Von ihnen muss die Kehrtwende der Region ausgehen, zurück zu wertschöpfender Wirtschaftsstruktur. Wer die Hochschulen der Lausitz zerstört, schafft ein entvölkertes Agrarland zwischen braunen-Spreefließen und blauen Tagebauseen. Wenn Ministerpräsident Woidke, eine großer Kenner von Rinderherden, das möchte, kann er sich weiter in Schweigen hüllen.


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