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Cottbus: Landgericht

29. Dezember 2007 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus | | Teilen

damals080105_cbLandgericht auf altem Bild
Nur wenige Leser haben das Landgericht erkannt.
Georg Müller hat seine Zuschrift mit historischen Fakten verknüpft: „Ihre Redaktionskollegen sind hoffentlich gut im Neuen Jahr angekommen, und so komme ich gleich zum damaligen 27. August 1821, als der Maurermeister Ferdinand Mund, ein Vertreter des Klassizismus, den Grundstein für ein Landgerichtsgebäude legte, daselbst hinter dem Eichhörnchenschwanz am Fuße des Schlossberges, auf dem von da ab so genannten Landgerichtsplatz. Es wurde ein zweigeschossiger Putzbau mit Krüppelwalmdach und kostete schlappe 20 000 Taler.“
Alles Gute wünschte der Redaktion auch Michael Kuhrt: „An der Stelle des gesuchten Hauses mit Walmdach, dem Landgericht, steht das heutige Amtsgericht, bestimmt vielen Cottbusern bekannt.“
Auf der Internetseite des Landgerichtes ist mehr über den Stanort zu erfahren: „Der heute so genannte „Gerichtsberg“ (früher „Schlossberg“) geht zurück auf einen slawischen Burgwall, der an gleicher Stelle im 8. Jahrhundert am westlichen Ufer der Spree errichtet wurde. Auf diesem künstlich erhöhten Gelände entstand eine mittelalterliche Befestigungsanlage, von der die Entwicklung der Stadt Cottbus, die im Jahre 2006 ihr 850-jähriges Bestehen feierte, ihren Ausgang nahm. Hier befand sich das Schloss der Herren von Cottbus, das erstmals 1301 urkundlich erwähnt wurde. Nachdem die Cottbuser Herren um 1445 die Herrschaft Cottbus an den Brandenburger Kurfürsten abgetreten hatten, diente das Schloss als Amtssitz der Vertreter des Landesherren, der Amtshauptleute. Im Jahre 1600 brannte der Schlossbereich weitgehend nieder.
Auf alten Grundmauern wurden neue Gebäude errichtet. Das heutige Haus 1 des Landgerichts wurde nunmehr auch „Fürstenhaus“ genannt. Seither wurde das Schloss zu verschiedenen – auch gewerblichen – Zwecken genutzt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich hier eine Spinnereifabrik. Im Jahre 1857 kam es wiederum zu einem verheerenden Brand, der fast alle Gebäude erfasste und den mittelalterlichen Turm fast vollständig zerstörte. Dem Betreiber der Spinnerei wurde nach dem Brand nicht gestattet, die Fabrik nach seinen Wünschen wieder aufzubauen. Er verkaufte das Gebäude deshalb an einen Brauer, der im zum Teil unbeschädigt gebliebenen „Fürstenhaus“ eine Brauerei einrichtete, welche jedoch bald in Konkurs ging. Im Jahre 1870 ersteigerte der preußische Justizfiskus bei einer Zwangsversteigerung als einziger Interessent das Gelände. Das 1876/77 im klassizistischen Stil mit neugotischen Elementen errichtete Landgerichtsgebäude, das 1992 bis 1995 vollständig restauriert wurde, wird heute als Haus 1 für die Landgerichtsverwaltung und für die Strafrechtspflege genutzt. Das heutige Haus 2 des Landgerichts befindet sich in den Räumen des 1907 fertiggestellten ehemaligen Gefängnisses.“


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