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Neue Töne zum Herbstbeginn

9. Oktober 2010 | Von | Kategorie: Region | | Teilen

Musikfest in der Lausitz eröffnet / Elf Konzerte mit 17 Uraufführungen

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Das „Streichquartett Studio Lódz“ mit Tomasz Bartosiak, Magdalena Kling-Fender (v.l.), Robert Fender und Roza Wilczak-Plaziuk (v.r.) und die Pianistin Liana Bertók (Mitte) haben das Eröffnungskonzert des diesjährigen 37. Cottbuser Musikherbstes zu einem künstlerischen Erlebnis werden lassen. Die fünf Künstler wurden mit lang anhaltendem Beifall vom Publikum im ausverkauften Konzertsaal im Kunstmuseum verabschiedet | Fotos: privat

 

Cottbus (MB). Am „Weltmusiktag“, dem 1. Oktober, wurde im Cottbuser Kunstmuseum Dieselkraftwerk der 37. Cottbuser Musikherbst eröffnet. Im Mittelpunkt standen Klavierwerke der sorbischen Komponisten Dieter Brauer und Ulrich Pogoda und Werke für Streichquartett. Interpreten waren die Bautzener Pianistin Liana Bertók und das „Streichquartett Studio Lódz“.
Zur Eröffnung erklang ein Werk der polnischen Komponistin Jolanta Stepien, das in seiner nachdenklichen Stimmung erhabene Ruhe und gedankliche Tiefe ausstrahlte. Die hervorragen
den Musiker aus Lódz haben dem neunteiligen Werk, wie auch dem gesamten Konzertabend im Cottbuser Kunstmuseum, große Wirkung verliehen.
Zum Jahresgedenken des 1935 in Lübben geborenen und im vergangenen Jahr verstorbenen sorbischen Pianisten und Komponisten Dieter Brauer erklangen seine „Vier semitonalen Klavierstücke“. Bereits im ersten Stück „Vogelruf“ hat Liana Bertók feinsinnig und mit großer innerer Gestaltungskraft den Geist der Komposition aufgespürt. Die „Hommage à Béla Bartók“, Liana Bertók gewidmet, gab ihr die Möglichkeit, ihr pianistisches Können zu zeigen. Der Zyklus schließt mit einem „Traumstück“ verhalten und wirkungsvoll ab.

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Im diesjährigen Musikherbst-Eröffnungskonzert stellte der Cottbuser Komponist Hans Hütten dem Publikum sein neues Streichquartett „Erkundung“ vor

Ulrich Pogoda aus Cottbus war in diesem Konzert mit seiner Klavierimpression „Di sera a Roma“, einer einsätzigen, sehr vielfarbigen Komposition, vertreten. Der Zuhörer fühlte sich bereits mit den ersten Tönen in die italienische Hauptstadt versetzt, erlebt den „Piazza san Pietro“, kann die Unruhe der großen Stadt spüren und wird in einen Sonnenuntergang mitgenommen. Ulrich Pogoda hat sich dem Publikum wieder mit einem sehr wirkungsvollen Werk vorgestellt.
Als Uraufführung erklang das Streichquartett „Erkundung“ des Cottbuser Komponisten Hans Hütten; ein dreisätziges humorvolles Werk, das auch durch das perfekte Zusammenspiel der vier Solisten wirkungsvoll zur Geltung kam. Sehr musikantisch erlebte das Publikum die Uraufführung, wie der Beifall bewies.
Den Abschluss des Konzertes bildete das fünfsätzige Streichquartett „Kurvaturen“ von Bernd Weinreich. Der Komponist sucht immer wieder Anknüpfungen an Lausitzer Musiktraditionen. So liegt dem vierten Satz dieses turbulenten und spielerischen Werkes ein wendisches Volkslied aus Merzdorf zu Grunde.
Das diesjährige Musikfest findet bis 22. November mit weiteren Konzerten in Cottbus, Burg, Peitz und Seidewinkel mit insgesamt 17 Uraufführungen statt. Der Cottbuser Musikherbst, wieder vom Märkischen Boten präsentiert, wird durch viele Förderer unterstützt. Dazu gehören die Sparkasse Spree-Neiße, die Stiftung für das sorbische Volk, die Stadtwerke Cottbus, die LWG – Lausitzer Wasser GmbH und Vattenfall sowie private Spender.
Vorschau: Heute (Sa.) um 19.30 Uhr musiziert das Klemisch Consort Berlin 19.30 Uhr im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Werke für Renaissance- und Barockblockflöten aus sieben Jahrhunderten.


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