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Cottbus: Petersilie gab’s hier auch

28. Januar 2012 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus | | Teilen

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Buchstabe A war richtig: Wir suchten und fanden die Petersilienstraße

Einstiger Stadtrand ist heute Stadtzentrum
„Siebu“ mailt uns: „Es müsste  Petersilienstraße 23 gewesen sein mit dem Geschäft von Fleischermeister Kublig. Meine Mutter kaufte dort ein. Ich habe lange in der 21 gewohnt. Wir hatten dort einen kleinen grünen Hof zum Spielen. Hier stand auch die Waschküche und Nebengelass. Ein paar Treppen rauf ging es zum Boden, wo man auf den Hof der Nr. 20 gucken konnte. Ich freue mich, dass die Häuser Nr. 20 und 21 saniert wurden. Ich erinnere mich gern an die Gärtnerei Ernst, schräg gegenüber, die immer so tolle Blumen hatte. Die Chefin war nett zu mir. Mit meiner Mutter bin ich zur Heißmangel von  Frau Ebel gegangen; ich fand das sehr interessant.“
Angelika Lehmann schreibt: „Mein Vater, Alfred Knospe, wurde 1919 in der Petersilienstraße 23 geboren, wir wohnten bis 1967 dort. Ab Oktober 1945 führte er von hier aus sein Mieten/Taxen-Geschäft, schräg gegenüber befanden sich im Hof der Schulungsraum der Fahrschule und Garagen. Die Straßenlaterne links war jahrelang defekt, da aber das Firmenschild des Betriebes beleuchtet war, hat die Stadt die Stromkosten bezahlt. Diese Regelung betraf auch das beleuchtete Schild an der Durchfahrt zu den Garagen. Die Aufnahme muss Ende der 50er/Anfang der 60er entstanden sein. Meine Eltern haben sich sehr über das bisher unbekannte Foto gefreut.“
Klaus Herolt mailt: „Typisch ist die geschwungene Straßenführung. Wir schauen nach Ost. Fleischermeister Martin Kublig gab es schon in den 20ern. Ihm gehörte aber das Grundstrück mit 13 Mietparteien damals nicht. Der Besitzer wohnte in der Taubenstraße. Die Südseite der Straße, welche zu ‘Brunschwig in der Gasse’ gehörte, wurde dem Bau der Stadthalle und des ‘Hotel Lausitz’ mit überdimensioniertem Parkplatz  geopfert. Auf der Nordseite der Straße erinnert heute noch ein Haus von 1825 an die ländliche Geschichte dieser eintsigen Randlage. Die Petersilienstraße verlief auch noch westlich der Karl-Marx-Straße und endete an der Brunschwiger Straße. Heute gibt es eine beschei­dene Restbebauung, die zur Erich-Weinert-Straße zählt.“
Sieghard Knispel schreibt: „In der 4, rechte Seite, wurde ich vor 67 Jahren geboren und wohnte dort bis 1957. Auf dieser Seite müsste in den 50ern der Taxi-Betrieb Knospe gewesen sein, ein Schild ist auf der anderen Seite zu sehen. Die hohe Wand ganz hinten rechts gehört zur Nr. 3. Dort war um 1967/68 eine Art Bauleitung für die Umgestaltung dieses Karrees untergebracht.“
„Hinter den wunderschön restaurierten Altbauten versteckt sich die ‘Theaternative C’. Leider folgt dann bald eine häßliche Baulücke, die hoffentlich bald der Vergangenheit angehört“, schreibt Renate Brinke. Und Georg Müller beschreibt die Lage der Petersilienstraße: „Einst am Stadtrand, nahe von Lucas- und Bonnaskenfeld gelegen, und nahe von Gärten, deren Naturreichtum auch durch das bekannteste Küchenkraut, die Petersilie, bereichert. Plattenbauten ließen die Südseite verschwinden, aber ihre städtisch-moderne Architektur auf der verbliebenen Straßenseite versucht erfolgreich, mit den neuzeitlichen Maßstäben Schritt zu halten. Nach Osten wird die Straße durch einen gammeligen Bretterzaun verschandelt. Martin Kubligs Fleischerei mit derb rustikaler Ausstattung gab es noch bis in die 70er Jahre. Die Petersilienstraße von heute: ein Straßenzug im Wettstreit zwischen Moderne und peinlicher Banalität.“
Gewonnen hat Klaus Herolt. Herzlichen Glückwunsch!


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