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Lausitz: Schiffsverkehr auf der Oder in Crossen

21. Juli 2012 | Von | Kategorie: Damals war´s | | Teilen

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Die Brücke, auch kleines Blaues Wunder genannt, gibt es heute noch.

Der Alte Fritz nahm hier Quartier / Die Crossener Brücke, um 1905 erbaut, ist 1950 neu errichtet worden
„Es hat mich sehr gefreut, als Rätselbild die Oderbrücke meiner Heimatstadt Crossen zu sehen“, schreibt Helga Perleß aus Spremberg. „Gegenüber der Brücke liegt die Stromkaserne und im Hintergrund am Berghang der Friedhof. Rechts davon ist die Bismarckstraße mit vielen schönen Villen, und am ganzen Berghang wurde seit 1154 Wein angebaut. Crossen hatte 2005 eine 1?000-Jahr-Feier. Die Burganlage (heute mit Museum, d. Red.) wurde schon 966 begründet. Seit 1610 gab es hier eine Garnison. Wenn der Alte Fritz von Berlin nach Breslau wollte, hat er hier Station gemacht.“ Und weiter schreibt die Sprembergerin: „Am 30. Januar 1945 mussten wir vor den Russen flüchten. Am 15. Februar hat die Wehrmacht die Brücke gesprengt. Die Russen haben dann jede Nacht Flammenwerfer auf die Innenstadt gerichtet. Wir wurden am 15. Oktober 1945 von den Polen vertrieben. 1950 wurde erst wieder eine neue Brücke gebaut.“
Auch Denise Ehrenberg aus Forst hat das Bild erkannt: „Der Fluss ist die Oder. Mein Opa war nach seiner Einberufung zur Wehrmacht dort stationiert.“
Dieter Kattusch aus Cottbus schreibt: „Hier in Crossen lernten sich während des Krieges mein Vater und meine Mutter kennen. Vater war hier Soldat. Die Kaserne befand sich auf einer Anhöhe über der Stadt. Nach Kriegsende heirateten die Eltern 1946 in Ströbitz.“
Bodo Wunderlich aus Cottbus überlegt: „Große Schiffe können auf dem Bobr kaum fahren, also ist das Crossen. Über die Brücke bin ich schon gefahren, weil mein Freund in Crossen geboren ist und noch Kontakt zu den heutigen Bewohnern seines Geburtshauses hat. Aber wer achtet schon auf eine Brücke, wenn er zu einer Feier fährt?“
Edeltraud Pischel mailt: „Über die Oderbrücke bin ich täglich gegangen: zur Schule, zum Rudern, zum Einkaufen, zur Kirche, zum Bahnhof. Ich wohnte bis 1937 in der Bismarckstraße (im Bild gegenüber am Fluss), bis 1941 auf dem nicht abgebildeten Lorenzsteig. In der Altstadt gab es die Marien- und eine katholische Kirche, die Knaben- und die Mädchenvolksschule und ein Gymnasium, auf dem Lorenzsteig die Bergkirche. Der bedeutendste Crossener, Alfred Henschke, bekannt als Schriftsteller Klabund, wurde auf dem Bergfriedhof begraben. Die auf dem Bild erkennbare Statue war der Aufgang dazu. Am 13. Februar 1945 begann in Crossen meine letzte Fluchtetappe. Ich bin der Lausitz, Heimat meines Vaters (Brodtkowitz) treu geblieben. Mit sechs ehemaligen Mitschülern unseres Gymnasiums habe ich bis heute Kontakt. Dankbar bin ich Frau Dr. Beata Halicka, Dozentin an der Viadrina, für ein kulturhistorisches Werk über Crossen.“
Wilfried Kracker aus Cottbus wundert sich, dass es auf der Oder damals Schaufelraddampfer gab. „Die Brücke befindet sich in der Altstadt von Krosno. Obwohl das Bild schon 100 Jahre alt sein soll, existiert die Brücke auch heute und es fahren sogar große LKW drüber.“
Bärbel Koschack aus Guben ist Ansichtskartensammlerin und kennt das Bild: „Man sieht eine Hügelkette mit Weinbergen. Darin gibt es einige Aussichtspunkte wie Bellevue, Bachners Berg und Wilhelmshöhe.“
Christel Mielke aus Cottbus, Groß Gaglow, berichtet: „Ich bin dort geboren und zur Schule gegangen. Mein Schulweg führte über diese Oderbrücke. Man sieht die Stromkaserne. Das Denkmal links ist der Schädebrunnen, gewidmet einem Wohltäter für Crossen, der Geld gegeben hat, um den Markt auszubauen, wunderschön.“


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