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Sonntag im Revier

27. September 2013 | Von | Kategorie: Region | | Teilen

SiR

Region (ha). Die Akkus von Elektro-Fahrzeugen sollen in nicht allzu ferner Zukunft als Strompuffer verwendet werden. Einen entscheidenden Schritt zu diesem Zukunftsziel ist den Wissenschaftlern um Prof. Dr. Harald Schwarz, Direktor des Centrums für Energietechnologie Brandenburg (CEBra) und Leiter des e-SolCar-Projektes an der BTU Cottbus-Senftenberg, gelungen. „Über die inzwischen standardisierten Ste­cker und Leitungen können wir alle nötigen Informationen austauschen, um von einem zentralen Ort aus die Be- und Entladung der Fahrzeugbatterien zu steuern“, erklärt der Leiter des Lehrstuhls Energieverteilung und Hochspannungstechnik.
Mit der kontrollierten Be- und Entladung kann eine Vielzahl von parkenden Elektroautos, die an Ladesäulen angeschlossen sind, zu einem riesigen Stromspeicher umfunktioniert werden. Dieser Speicher wird dringend benötigt, um „überschüssigen“ Strom aus regenerativen Quellen zwischenspeichern zu können.

 

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Am 2. September informierte das Team um Prof. Dr. Harald Schwarz (re.) die Partner von Siemens, Vattenfall und den Fahrzeugumrüster German E-Cars R&D GmbH über Details zum Forschungserfolg Foto: BTU-Lehrstuhl Energieverteilung und Hochspannungstechnik

Damit das Elektrofahrzeug zum Zeitpunkt der geplanten Abfahrt voll geladen ist, gibt der Fahrer in das Leitsystem lediglich ein, wann er wieder fahren möchte.
„Mit diesen Grundlagen haben wir eine der großen Herausforderungen in der Elektromobilitätsforschung gelöst“, sagt Harald Schwarz. „Aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Jetzt müssen die technischen Komponenten im Fahrzeug und in den Ladestationen installiert werden.“ Dazu gehören beispielsweise im e-SolCar ein Eingabedisplay und ein so genannter bidirektionaler Lader, ein kompaktes, wassergekühltes Gerät. „Sind die Fahrzeuge und Ladesäulen ausgerüstet, folgt ein intensiver Test.“ Die Forscher können dafür auf 45 Elektrofahrzeuge und 44 Ladesäulen mit zusammen 75 Anschlüssen zurückgreifen. Genug, um verlässliche Daten für einen größeren Maßstab zu erhalten. Denn in Zukunft sollen alle Elektrofahrzeuge als intelligenter Stromspeicher dienen, und nicht nur Lausitzer e-SolCars. „Wenn jetzt Rahmen- und Förderbedingungen geschaffen werden, dass ein E-Car-Fahrer etwas verdienen kann, wenn er sein Fahrzeug als Puffer zur Verfügung stellt, kann das E-Car schneller den Markt erobern“, prognostiziert Harald Schwarz.
Das e-SolCar-Projekt, das vom Land Brandenburg und dem EU-Fond für Regionale Entwicklung gefördert und von Vattenfall unterstützt wird, läuft 2014 aus. Die Erfolge werden aber innerhalb des „SMART Capital Region“-Projektes weiterverfolgt. Die BTU Cottbus-Senftenberg gehört zu einem von vier „Schaufenstern der Elektromobilität“ in Deutschland, wo in groß angelegten Pilotprojekten die Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erforscht und erprobt wird.

 

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