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Bilder aus dem alten Forst

3. Januar 2014 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Forst | | Teilen

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Wo das kaiserliche Wappen war, ist heute ein Fenster eingebaut. Das Gebäude ist heute noch gut erhalten

Alte Post erstrahlt noch heute
Gebäude in Döbern steht heute noch / Praxen beleben es

Lutz Baumgarten ruft aus Döbern an: „Das Rätselbild zeigt das Kaiserliche Postamt in Döbern. Das Gebäude existiert noch, aber nicht mehr vom Aussehen her, es wurde viel umgebaut. Der Balkon, Aufbauten und Türmchen existieren leider nicht mehr. Zu DDR-Zeiten war es auch Postamt. Nach der Wende stand es leer, dann hat es eine Physiotherapie übernommen und umgebaut“.
Die 87-jährige Gisela Hübner aus Döbern erinnert sich noch gut an dieses Gebäude: „Ich habe sehr gute Erinnerungen an das Postamt. Als Lehrling bin ich hier oft gewesen. Ich wurde im Thälmannwerk zum Industriekaufmann ausgebildet. In der Zeit bin ich schon hier Post holen gegangen. Später habe ich in der Stadtverwaltung gearbeitet, auch war ich oft in diesem Postamt. Ich hatte eine Vollmacht vom Döberner Bürgermeister Heinz Zedler, dass ich die Post abholen durfte. Sie ist erst in der Wendezeit geschlossen worden. Es ist sehr schade darum. Im Obergeschoss hatten Leute gewohnt, man sieht’s an den Gardinen. Links daneben befand sich früher in Döbern eine Privatbank. Da musste ich von meiner Chefin immer Geld hinbringen. Die Bank bestand noch nach der Wende. Dort habe ich noch meine 100 Westmark abgeholt. Das wäre auch ein schönes Rätselbild. Jeder Glasbetrieb hatte dort ein großes Schließfach. Daraus ist ja die Postapotheke entstanden.“
Joachim Bischoff schreibt: „Genau vor 10 Jahren saßen wir zwischen Weihnachten und Silvester zusammen. Unsere Tochter hatte ihre Ausbildung als Ergotherapeutin beendet und wollte sich in der Heimat selbständig machen. Doch wo? Irgendwann fiel der Name: Post. Sie stand immerhin seit der Wende leer. Das einst so schöne Gebäude verfiel immer mehr. Fast jeder Döberner hatte zu diesem Gebäude eine besondere Beziehung vom Telefonat bis zum Westpaket oder vom Telegramm, welches der Bote schon vorab mündlich mitteilte. Wir wollten dieses Gebäude erwerben, die äußere Hülle erhalten und ihr die einstige  Schönheit zurückgeben. Mithilfe des damaligen Bürgermeisters Herrn Koch konnten wir das Gebäude käuflich erwerben und unsere Vorhaben praktisch umsetzen. Die ganze Familie machte mit, der Schwiegersohn übernahm die Regie, viele Döberner Firmen halfen. Am 10.11.2004 war es soweit. Das Gebäude war restauriert, die Ergotherapiepraxis wurde eröffnet. Heute sind in dem Gebäude die Ergotherapiepraxis Kathrin Heise, die logopädische Praxis Elke Lohr und Elke Schade, die Zahnarztpraxis Simone Grell und eine Wohnung im Dachgeschoss untergebracht.“
Rosemarie Schmidt griff zum Telefon: „Ich habe auf dem Postamt gelernt – ich war der erste Lehrling zum Postbetriebsfacharbeiter 1954 beim Postamt Döbern. Im Erdgeschoss war der Schalterraum, die Annahme mit den kleinen Fensterchen; Paketannahme extra, den Raum für den Postamtsleiter, die Abfertigung und der Zustellerraum. Darüber waren Wohnungen. Dort hat der Leiter Herr Noack gewohnt. Außerdem wohnte hier die Familie Budschinski, Herr Budschinski hatte mit einer Karre aus Holz mit Deckel die Pakete ausgefahren. Er musste dreimal am Tage vom Bahnhof die Post holen. Zugestellt wurde zweimal am Tag, früh Zeitungen und Briefe, Nachmittag mussten die Zusteller nochmal gehen. Außerdem gab es einen Eilpost-Zusteller für Telegramme, Eilpäckchen, Postanweisungen. Später wurde im Obergeschoss die Telefonanlage für Döbern und Umgebung eingebaut, da gab es keine Wohnungen mehr. Das hat das Fernmeldeamt Cottbus in den 1960er-Jahren eingebaut. Das war ein gutes Kollektiv. Heute gibt es leider keine Post mehr, aber das Haus ist sehr schön hergerichtet.“


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