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Gerber rät zu Zivilcourage: „Artig Kind sagt nichts, artig Kind kriegt nichts“

5. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Wirtschaft | | Teilen

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Bundestagsabgeordneter Ullrich Freese (SPD, Mitte), schon als Gewerkschafter seit Jahrzenten ein Streiter für die Kohle und das Wohl der Kumpel, freut sich, dass sich sowohl Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (l.) als auch der sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig, vorbehaltlos zur Braunkohle und zur Lausitzer Stromerzeugung bekennen Foto: J. Heinrich

Lausitzer Bergbau und Partner rücken zur Barbarafeier eng zusammen :
Cottbus (hnr.). „Schnellstmöglich Klarheit über die Zukunft der Braunkohle in der Lausitz“, forderte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber am Donnerstag während der traditionellen Barbarafeier des Vattenfall-Unternehmens in der Stadthalle. Der schwedische Staatskonzern hat den Verkauf der Braunkohlesparte signalisiert. Während die Ministerpräsidenten Brandenburgs und Sachsens in dieser Angelegenheit bis gestern direkt in Schweden verhandelten,  fanden Politik, Vattenfall-Vorstände und Betriebsräte in Cottbus deutliche Worte. „Eine lange Phase der Unsicherheit ist weder der Belegschaft noch den Menschen in der Region zuzumuten. Wir erwarten, dass Vattenfall seinen Verpflichtungen bis zu einem möglichen Verkauf voll und ganz gerecht wird,“ betonte Minister Gerber. Es dürfe  nicht zur Beeinträchtigung geplanter Investitionen kommen.
In deutlichem „Schulterschluss mit der Braunkohlewirtschaft“ sieht Dresdens Wirtschaftminister Martin Dulig auch seinen Freistaat: „Wir haben wirtschaftliche Tagebaue, hocheffiziente Kraftwerke und Vorräte, die weit ins nächste Jahrhundert hineinreichen“, sagte er unter Applaus von mehr als tausend Bergleuten und Partnern im Saal. Die Braunkohle sei kein Gegner der Erneuerbaren, „sondern ihr Balance-Partner“.
Wie die Gesamtbetriebsräte Rüdiger Siebers (Mining) undFrank Heinze (Generation), betonte auch Vorstandschef Dr. Hartmuth Zeiß die Geschlossenheit und den Erfolgswillen der Truppe. Vattenfall hat in diesem Jahr (ähnlich wie im Vorjahr) 62 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Jede zehnte Kilowattstunde Strom in Deutschland komme heute aus der Braunkohle, stellte Zeiß die Bedeutung  seiner  Branche für die Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft klar. In Jänschwalde ging so­eben eine Technologie der Tro­ckenkohle-Feuerung in Betrieb, die schnelles Hochfahren des bisher trägen Riesen ermöglicht und damit seine Rolle im Konzept des Energiemixes verbessert. „Wir bleiben unterwegs“, versicherte Zeiß – auch im Gespräch mit den Menschen der Umsiedlungsregionen. Oberbürgermeister Holger Kelch bedankte sich in seiner Rede für Vattenfalls Unterwegs-Sein als Förderer von Sport, Kultur und Sozialem. Die Cottbuser werden Minister Gerbers Rat befolgen. Dessen mitlerweile alte Mutter habe ihm das Sprichwort auf den Weg gegeben: „Artig Kind sagt nichts, artig Kind kriegt nichts“. Es gelte, Angemessenes einzufordern.
Das Staatstheater Cottbus, das Braunkohle-Orchester und der Bergarbeiterchor umrahmten die Traditionsfeier begeisternd.


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