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Senftenberg: 145 Jahre Eisenbahn in Senftenberg

9. Oktober 2015 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Senftenberg | | Teilen

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A war richtig – Zu Beginn der 1870er-Jahre fuhr erstmals die Bahn durch Senftenberg

In der Bahnhofstraße gab’s einst 110 Geschäftsleute und Gewerbetreibende:
Zahlreiche Zuschriften haben uns zum Rätselbild der vergangenen Woche erreicht. So schreibt beispielsweise Hans Hörenz aus Senftenberg: „Die Tatsache, dass am 20. April 1870 erstmalig ein mit Girlanden geschmückter Eisenbahnzug auf der Strecke Cottbus – Großenhain über Senftenberg fuhr, erbringt den Beweis, dass die Antwort A (1870er-Jahre) richtig sein muss. 145 Jahre gibt es nun schon die Bahnhofstraße in unserer Stadt. Die Trasse galt einst als Flaniermeile der Senftenberger sowie der Bewohner der umliegenden Gemeinden. Heute, nachdem vor einigen Jahren der komplette Umbau erfolgte, zeigt sich die Bahnhofstraße wieder in voller Schönheit. Tulpen und andere Blumen lenken die Blicke auf sich, nicht nur bei den Einheimischen. Obwohl die Straße durch mehrere Verbrauchermärkte und weitere Geschäfte, Praxen und Institutionen wieder an Bedeutung gewonnen hat, erinnere ich mich noch gern an meine Kinder- und Jugendzeit und auch noch danach zurück. Damals habe ich auf dem Weg zur Lehr- und Arbeitsstelle zu Fuß und per Fahrrad diese Trasse passiert. Heute mag es für manchen Bewohner kaum vorstellbar sein, dass in den 1930er-Jahren in der Bahnhofstraße 110 Geschäftsleute und Gewerbetreibende ihren Sitz hatten. Dazu
gehörten Wolfs Bierstuben, Schneidermeister Nasdal und die Fleischerei Pachtmann. Am Ende der Straße in Richtung des Krankenhauses standen die Dampfmühle der Adolf Hertrich AG sowie die Maschinenstickerei und Plisseebrennerei von Max Quappe ihren Kunden zu Diensten. Für die älteren Senftenberger sind heute gewiss noch das große Kaufhaus Waldschmidt, Bleyle-Brosig, die Kaufhäuser Fuchs und Messenbrink oder Bodes Veranda mit Eis-, Kaffee- und Gebäckspezialitäten ein Begriff.
Dutzende Geschichten von damals gebe es über die vom Markt bis zur Spremberger Straße verlaufende Bahnhofstraße zu erzählen. Wer erinnert sich nicht noch an die „Zordos“, deren italienische Eisdiele immer besetzt war? Oder an „Tucher-Lehmann“, den Gastwirt und Fleischermeister und sein Speisenhaus, an die Blumenhalle, an Schmiedemeister Hermann Ziethe und an das Kaufhaus von Nathan Klein, das in den 1930er-Jahren unter den Nazis schwere Zeiten durchlebte.
Nach Jahrzehnten hat sich viel in der Bahnhofstraße verändert. So waren während der Straßenbauarbeiten in den 1930er-Jahren hunderte „Notstandsarbeiter“ und schweres Gerät, selbst Lokomotiven, im Einsatz. Im Postamt, das zu DDR-Zeiten für rund 500 im Kreis tätige Postangestellte der Arbeitgeber war, sind nun mehrere Zahnärzte tätig. Was seit meiner Kindheit hinsichtlich des Zwecks als Geschäftshaus geblieben ist, ist die Marien-Apotheke, die noch immer diesen Namen führt. Die Bahnhofstraße gilt noch heute als die bedeutendste Trasse der gesamten Stadt.
Folgende Leser kannten ebenfalls die richtige Antwort: Gerhard Stein aus Sedlitz sowie Klaus Pötschke aus Niemtsch.
Übrigens war Senftenberg bereits ab dem Jahr 1874 Bahnknotenpunkt. Damals ging nämlich die Nord-Süd-Verbindung von Lübbenau nach Kamenz und weiter nach Arnsdorf bei Dresden in Betrieb.
Gewonnen hat diesmal Hans Hörenz aus Senftenberg.
Herzlichen Glückwunsch!
Zu unserem Rätselbild vom 26. September (Kindergarten Brieske) erreichte uns eine weitere Zuschrift, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Heidrun Barto aus Brieske schreibt folgendes: „In diesen Kindergarten gingen drei Generationen unserer Familie. Ich, Heidrun Barto, 1950 geboren, meine Tochter Heike, 1976 geboren, sowie Enkeltochter Lilly (2002). Ich hatte die Briesker Einrichtung damals auch mit eingeweiht. Demzufolge wurde ich zum 50. Geburtstag eingeladen. Schade ist natürlich, dass der schöne Kindergarten bereits im Jahr 2009 geschlossen und schließlich zum Abriss freigegeben wurde.“


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