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Oberstes Ziel: Den BASF-Standort erhalten

30. Oktober 2015 | Von | Kategorie: Senftenberg & Seenland | | Teilen

Podiumsdiskussion zum 25. Jahrestag der BASF Schwarzheide GmbH mit dem langjährigen Betriebsratsvorsitzenden Ralf Korpjuhn, Moderator Björn Berghausen, dem Geschäftsführer Technik, Fritz Hofmann, sowie dem früheren Generaldirektor Dr. Hans-Joachim Jeschke Foto: T. Richter-Zippack

Podiumsdiskussion zum 25. Jahrestag der BASF Schwarzheide GmbH mit dem langjährigen Betriebsratsvorsitzenden Ralf Korpjuhn, Moderator Björn Berghausen, dem Geschäftsführer Technik, Fritz Hofmann, sowie dem früheren Generaldirektor Dr. Hans-Joachim Jeschke Foto: T. Richter-Zippack

Vor 25 Jahren übernahm die BASF das Synthesewerk Schwarzheide / Neue Chronik:
Schwarzheide (trz). „Neuanfang – BASF am Standort Schwarzheide“ lautet der Titel des sechsten Teils der Werkschronik des Industriestandortes. Das Buch ist am 25. Oktober 2015, auf den Tag genau ein Vierteljahrhundert nach der Übernahme des Synthesewerkes Schwarzheide durch den Ludwigshafener Weltkonzern, präsentiert worden. Geschrieben hat das 236-seitige Buch der erste Geschäftsführer im Zuge des Neuanfangs, Dr. Hans-Herrmann Dehmel.
Der erste „Neuanfang“ war es im Jahr 1990 beileibe nicht. Eher bereits der vierte, wie der frühere Leiter des Betriebes, Dr.  Hans-Joachim Jeschke, während einer Podiumsdiskussion anlässlich des Jubiläums anmerkte. Der erste stand mit der Werksgründung anno 1935 an, der bitterste genau ein Jahrzehnt später im Zuge der massiven Kriegszerstörungen, der gravierendste zwischen 1965 und 1974, als das Werk von der Kohleveredlung auf einen reinen Chemiebetrieb umgestellt wurde. Und dann der Wechsel von der Plan- in die Marktwirtschaft anno 1989/1990.
Ein Heimspiel
Als Hans-Hermann Dehmel damals in die Lausitz kam, hatte er quasi ein Heimspiel. Schließlich ist er gebürtiger Lausitzer, konkret Hohenbockaer, kennt also Land und Leute wie seine Westentasche. Während der Buchpräsentation konnte Dehmel wegen gesundheitlicher Gründe nicht selbst vor Ort sein, verkündete aber per Videobotschaft, dass die Schwarzheider stolz auf  die gewaltigen Leistungen im Zuge der Umstrukturierung sein könnten. Laut Hans-Joachim Jeschke gab es bereits im November 1989 zwei Betriebsversammlungen, in denen die Probleme auf den Tisch gepackt wurden. Etwa der veraltete Zustand vieler Anlagen oder die prekäre Umweltsituation, Beispiel Teerteiche.
Der Kontakt mit der BASF bahnte sich im Laufe des Jahres 1990 an. Am 12. Oktober wurde der Übernahmevertrag unter-zeichnet, am 25. Oktober trat er in Kraft.
Personalfrage schwierig
Eine der schwierigsten Herausforderungen war ohne Frage der Personalabbau. Waren anfangs rund 6000 Mitarbeiter im Werk tätig, wurden es später 2 200. Heute sind es um die 1 800. Der Schnitt war zwingend notwendig, um die Produktion effizient gestalten zu können.
Lichter aus
Die oberste Priorität brachte Hans-Joachim Jeschke wie folgt zum Ausdruck: „Der Standort musste unbedingt erhalten werden“. Denn ansonsten wären in der kompletten Region die Lichter ausgegangen.
Nachzulesen ist die Werksgeschichte im sechsten Teil der Betriebschronik. Das Buch ist bei der BASF Schwarzheide GmbH zu haben. Auf dem Titel ist übrigens die Wasserbasislackfabrik zu sehen, die erste nach 1990 neu gebaute Anlage in Schwarzheide. Im Laufe der folgenden zweieinhalb Jahrzehnte kam eine ganze Anzahl weiterer Produktionsstätten hinzu. Heute ist das Werk im Vergleich zu 1990 kaum mehr wiederzuerkennen.


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