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Neupetershain: Stilles Gedenken direkt am Waldesrand

8. Januar 2016 | Von | Kategorie: Senftenberg & Seenland | | Teilen

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Blick auf die Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten der Neupetershainer Todeswiesen. Das Ensemble wurde am Volkstrauertag 2012 eingeweiht Foto: T. Richter-Zippack

Auf dem Neupetershainer Friedhof gibt’s eine neue Erinnerungsstätte an die gefallenen Soldaten:
Neupetershain (trz). Vor gut 70 Jahren rückte die Gegend um Neupetershain in den Fokus des Zweiten Weltkrieges. Tobte doch im sogenannten Kauscher Kessel eine der finalen Schlachten des Frühjahres 1945.
Seit Ende 2012 erinnert auf dem Friedhof von Neupetershain (Nord) ein massiver Gedenkstein an die damals gefallenen Soldaten. Der Stein trägt die schlichte, aber bestimmende Aufschrift „Die Toten mahnen“.
Initiiert hat die neue Gedenkstätte der gebürtige Petershainer Horst Kittan. Bereits seit vielen Jahren erforscht er die Heimtgeschichte des Ortes. In seinem Buch „Die Russen kommen“ hat Kittan die Ereignisse des Jahres 1945 aus der Perspektive seiner Familie ähnlich einem Tagebuch niedergeschrieben. Übrigens seien die Einnahmen aus diesem Werk mit in die Gestaltung des Gedenksteins eingeflossen, sagt der Heimathistoriker.
Nicht mehr losgelassen
Er hatte als Zehnjähriger das Gemetzel auf den Petershainer „Todeswiesen“ miterleben müssen. Was Horst Kittan damals zu Gesicht bekam, habe ihn sein ganzes Leben nicht mehr losgelassen.
Damals hatte sich die SS-Division „Frundsberg“ aus Richtung Spremberg kommend gen Westen zurückgezogen. Die Soldaten waren dabei von der Roten Armee eingekesselt und vernichtend geschlagen worden. In der Neupetershainer Kriegsgräberstätte haben insgesamt rund 2000 Soldaten ihre letzte Ruhe gefunden.
Im Wald eingebettet
Das Areal befindet sich übrigens am Rand des eigentlichen Friedhofs. Es zieht sich ein stückweit in den dortigen Mischwald hinein und bietet ein pathetisches Bild. Zu den Volkstrtauertagen werden Kränze niedergelegt.
Auch sonst ist der Petershainer Friedhof einen Besuch wert. Sehr gepflegte Grabstellen, darunter auch einige sehr alte, ziehen die Blicke auf sich. Wie das Ensemble am besten zu erreichen ist? Ganz einfach: Über die Straße von der Petershainer Kreuzung (B 169) in Richtung Neupetershain-Süd/Welzow bis zum Ortsausgang, dann nach rechts in den dortigen Fahrweg einbiegen. Nach wenigen hundert Metern ist der Friedhof erreicht. Parkplätze stehen am Eingang zur Verfügung. Der markante Gedenkstein befindet sich direkt am Waldrand.


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