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Guben: Viele wollten sich umsehen

20. Mai 2016 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Guben | | Teilen

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In unserer letzten Ausgabe hatten wir die Autoschlange am Gubener Grenzübergang erreicht. A war richtig

Leser erinnern sich an lange Schlangen am Grenzübergang in Guben:
Mehrere Leser haben die richtige Lösung zu unserem Rätselbild von Pfingsten gewusst. Dazu gehört auch Werner Koschack aus Guben. Er schreibt folgendes: „Das Rätselbild zeigt die Fahrzeugkolonne in der damaligen Straße der Freundschaft in Richtung Gubin. Also Lösung A. Seitlich die Wechselstelle. Am 1.1.1972 wurde der visafreie Grenzverkehr nach Polen eröffnet. Die Eröffnung des Grenzüberganges über die Neißebrücke fand um Mitternacht durch die Bürgermeister von Wilhelm-Pieck-Stadt Guben, Joachim Schmidt, und Ryscard Tantkowski aus Gubin statt. Es war ein historischer Augenblick für beide Städte. Nach der Eröffnung passierten Zehntausende Bürger beider Städte die Brücke. Es ergaben sich diese Autoschlangen durch die Stadt mit Rückstau. Eine erhebliche Belastung für die Anwohner. Man sieht auch die Menschenschlange vor der Wechselstelle. Später durch den Abriss des Gaswerkes wurde es möglich, die heutige Gubiner Straße zu bauen. So kam der Grenzverkehr aus der Innenstadt heraus. Durch die Volksbewegung in Polen durch die Gewerkschaft Solidarnosc ließ die DDR-Führung die Grenze nach Gubin im Jahr 1981 wieder schließen. Nur die polnischen Arbeitskräfte, überwiegend Frauen aus Polen, hatten mit Bussen freie Durchfahrt zum Chemiefaserwerk in Guben. Nach der politischen Wende wurde im Jahr 1990 der Grenzübergang über die große Neißebrücke für den privaten Besucherverkehr wieder geöffnet, mit Ausweis vorzeigen. Nach dem Beitritt Polens zur EU am 1.5.2004 ist der Grenzübertritt ausweisfrei. Anno 1999 wurde die Brücke in Gubinek fertiggestellt. Die Neißebrücke wurde damit entlastet. Lkw und Busse müssen nun über Gubinek nach Polen und zurück fahren.“
Arno Schulz, ebenfalls aus der Neißestadt, merkt an: „Auf dem Bild ist natürlich die Autoschlange in Richtung Grenze zu sehen. Nachdem am 1. Januar 1972 der visafreie Verkehr nach Polen ermöglicht wurde, wollten viele ihre alte Heimat wieder sehen oder sich einfach nur mal im Nachbarland umsehen, inklusive preiswert tanken. Der Grenzverkehr erfolgte anfangs nur über die Straße der Freundschaft (die heutige Frankfurter Straße). In Spitzenzeiten reichte der Fahrzeugrückstau bis zur Pestalozzistraße. Links auf dem Bild ist die Geldwechselstelle zu sehen, heute befindet sich dort ein Optiker. Rechts daneben in dem kleinen Geschäft war der Buchhändler Hopke. Einer seiner Söhne, Jürgen, war mein Schulkamerad. Hopkes fuhren nach dem Krieg einen ungewöhnlich anmutenden dreirädrigen Pkw, später aber einen F 8 oder einen DKW.“
Gewonnen hat diesmal Bernd Neumann aus Guben.
Herzlichen Glückwunsch!


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