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Cottbus: Schicksale voller Dramatik

27. Mai 2016 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus | | Teilen

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In unserer letzten Ausgabe hatten wir die Roßstraße (Lösung B) gesucht

Leser erinnern sich an die Judenhäuser in der Cottbuser Roßstraße:
Viele Leser haben die richtige Lösung zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehört auch Katrin Lehmann. Sie schreibt folgendes: „Es handelt sich um Lösung B, die Roßstraße. Das sogenannte Judenhaus stand in der Roßstraße Nr. 27. Im Februar 1937 lebten 499 Juden in Cottbus. Im Juni 1939 lebten noch 162 Juden in der Stadt. In den ersten Kriegsjahren begannen in Cottbus die städtischen Behörden, „Judenhäuser“ einzurichten, in die zwangsweise alle jüdischen Einwohner ghettoisiert wurden. Bis 1943 diente das Haus in der Roßstraße 27 diesem Zweck. Jüdische Bewohner des Hauses waren: Siegfried Bernstein, Emma Rothschild sowie Sophie und Martin Liegner. In Cottbus befanden sich diese „Judenhäuser“ in der Münzstraße 42, Roßstraße 27, Kaiserstraße 5 (ausschließlich für alte Menschen), Mühlenstraße 37, Dresdener Str. 55 und Wallstraße 9. Von hier wurden dann die meist älteren Menschen deportiert, im April 1942 ging ein größerer Transport ins Warschauer Ghetto.“
Klaus Herold schreibt: „Es war die historische Roßstraße, wo das sogenannte „Judenhaus“, Nr. 27, früher Haus-Nr. 20, lag. Um die Jahrhundertwende erwarb die Jüdische Gemeinde zu Cottbus das Grundstück. Es hatte offensichtlich, räumlich nahe gelegen, einen Bezug zur Jahrstraße, wo man einstmals unter der Hausnummer 5 die Synagoge fand. Das Haus hatte wohl reichlich, wenn auch beengt, jüdisches Wohnen und Leben ermöglicht. Während der NS-Zeit ging es mit den Bewohnern zu Ende. Und zu Ende ging es in den fortlaufenden Jahren auch mit der Roßstraße, der Jahrstraße und fast der gesamten Luckauer Vorstadt, welche schon in sehr frühen Adressbüchern der Stadt Cottbus nachweisbar ist.“
Bescheid wusste auch Herbert Ramoth: „Die sogenannten Judenhäuser” sind eine der vielen Diskriminierungsmaßnahmen gegenüber der jüdischen Bevölkerung in der Zeit von 1933 bis 1945. Die Juden wurden gezwungen, in diesen Gebäuden zusammenzuleben. In Cottbus gab es davon mehrere und zwar in der Dresdener Straße, der Mühlenstraße, der Münzstraße, der Kaiserstraße (jetzt Rudolf-Breitscheid-Straße), der Wallstraße (jetzt Friedrich-Ebert-Straße) und in der Roßstraße. Letzteres ist  auch in Ihrem Foto zu sehen (Lösung ist B). Das kleine daneben stehende Haus ist das von Elektro-Schur. Im Hintergrund befindet sich der Gebäudekomplex des Lichtspieltheaters „Weltspiegel“. Jürgen Klingmüller merkt an: „Die Roßstraße war ein wichtiger Teil der Nord-Süd-Verkehrsverbindung. Die Wurzeln gehen zurück bis an den Anfang des 18.Jahrhunderts. Mit dem Bau der Wohnscheibe Stadtpromenade verschwand das Teilstück zwischen Berliner Platz und Karl-Liebknecht-Straße komplett.
Gewonnen hat diesmal Katrin Lehmann.     Glückwunsch!


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