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Lausitz: „Ich durfte die Schranken schließen“

29. Juli 2016 | Von | Kategorie: Damals war´s | | Teilen

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In unserer letzten Ausgabe hatten wir den Bahnhof Peitz-Ost an der Trasse Cottbus – Guben erreicht

Viele Leser erinnern sich an den Bahnhof in Peitz-Ost / Heute Leerstand:
Korrekt liegt Friedemann Sommer aus Cottbus: „Es handelt sich um das Empfangsgebäude des Bahnhofes Peitz-Ost an der Strecke Cottbus-Guben-Frankfurt/O. Ich kenne es aus meiner Dienstzeit als Lokführer bei der Deutschen Reichsbahn. Die Gemeinde Peitz hatte noch einen zweiten Bahnhof an der Strecke Cottbus-Grunow-Frankfurt/O. Gewiss kurios für einen so kleinen Ort.“ Arno Schulz aus Guben chreibt: „Dort bin ich schon hunderte Male vorbeigefahren. Während Guben bereits 1846 an das Netz der Niederschlesisch-Märkischen-Eisenbahngesellschaft angeschlossen war, fuhr man nach Peitz noch mit der Postkutsche. Mit dem Bau einer Strecke durch die Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn-Gesellschaft nach Cottbus wurde Peitz ab 1871 mit ans Streckennetz angeschlossen.“
Siegfried Horn aus Cottbus merkt an: „Ich bin in Peitz geboren, habe dann nach Cottbus geheiratet. Da ich auf Montage war, ist meine Frau mit unseren drei Kindern oft zum Besuch meiner Mutter mit dem Zug nach Peitz gefahren. Da Peitz zwei Bahnhöfe hatte, ist sie manchmal in den falschen Zug gestiegen und musste mit den Kindern den langen Weg zur Stadt laufen.“
Gisela Michalski aus Cottbus erinnert sich: „Nach wochenlanger Flucht aus Merzwiese (heute Polen) kam ich am 18. Juli 1945 mit meiner Familie in Peitz-Ost am Bahnhof an. Im Gebäude der Güterabfertigung fanden wir eine Wohnung, die eigentlich unbewohnbar war. Keine Fensterscheiben und Türen! Trotzdem waren wir überglücklich, hatten wir doch endlich ein Dach über unseren Köpfen. Als Eisenbahner fand mein Vater Otto Müller wieder eine Arbeit bei der Deutschen Reichsbahn und versah bis zu seiner Rente im Juli 1967 seinen Dienst als Fahrdienstleiter auf diesem Bahnhof. Im Anbau rechts befand sich sein Dienstraum. Als Mädchen brachte ich ihm oft warmes Essen und bestaunte die vielen Hebel und Schalter. Besonders stolz war ich, wenn ich mit der großen Kurbel die Schranken schließen und öffnen durfte. Im Bahnhofsgebäude wohnten damals auch noch fünf Familien.“
Herbert Ramoth aus Cottbus schreibt: „Zum Ensemble gehören das Bahnhofsempfangsgebäude, die Nebengebäude und der Wasserturm, die alle unter Denkmalschutz stehen. Mit dem Bau des Kraftwerks Jänschwalde veränderte sich in den 1970er-Jahren das Bahnhofsareal erheblich. Viele neue Gleisanlagen wurden verlegt, und es entstand ein Übergabebahnhof zur Kohlebahn und zum Kraftwerk Jänschwalde.“ Und Jens Pumpa merkt an: „Der Bahnhof weit außerhalb der Stadt trug Ende des 19. Jahrhunderts zeitweise den Namen Peitz-Forsthaus, später dann Peitz-Ost.“
Gewonnen hat Ronny Nerlich, Byhleguhrer Dorfstaße in 15913 Byhleguhre-Byhlen. Er schreibt: „Ich denke, die Lösung Peitz ist richtig, einen Versuch ist es wert.“ Gewonnen haben außerdem Siegfried Horn aus Cottbus und Rainer Mrutzek aus Guben.


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