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Landschaft im Wandel

29. Juli 2016 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Heinrich_kommentar_wpDas schwatzhafte Potsdam hat es durchsickern lassen: Senftenberg soll im September durch Gerbers Wirtschaftsministerium als „staatlich anerkannter Erholungsort“ geadelt werden. Die Nachricht wird manchem Seenland-Gastronom am Anfang der Hochsaison gerade recht kommen. Wenn die Leute vor vollbesetzten Lokalen meckern, können sie sagen: ‘Sie seh’n doch was hier los ist. Alle wollen sich bei uns erholen. Gab’s das früher…?!’
Weit entfernt war der Kohlepott von Sommerfrische. Wenn die Kumpel Glück hatten, bekamen sie mal an der Ostsee oder im Gebirge einen Kurplatz, um sich den Dreck aus der Lunge zu husten.
Welch Wandel! Was in den 60er und frühen 70er Jahren geplant wurde und vor 40 Jahren für die ersten Steilwand-Camper begann, ist in den letzten 20 Jahren mit Hochdruck, viel Fördergeld und professionellem Management ausgereift. Ja, da gab es auch Schmerzenszeiten für Kumpel, aber heute erkennt jeder Realist, dass altem Kohlewohlstand neuer Chancenreichtum gefolgt ist – und das in blütenweißen Westen.
Was bleibt, ist viel Arbeit. Denn natürlich ist weder in Senftenberg, noch in Cottbus, Guben, Spremberg oder Forst alles gut. Überall haben sich die Touristik-Werte verbessert, zahlen sich Investitionen in schöne Innenstädte aus. Aber der Zustrom ist nicht nur hausgemacht; er hat auch mit veränderten Reisebedingungen zu tun. Nicht alle fernen Ziele sind heute mehr so sicher und preiswert wie früher. Wer jetzt Mut fasst und klug agiert, kann Trends verstetigen. Burg im Spreewald hat den Wandel mit Thermen und ganzjähriger Kultur gepackt. Das hat Senftenberg noch vor sich. Glückauf dazu.

Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de


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