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Märchenhafter Theatersommer – Nächste Vorstellungen von „Die schöne und das Tier“ am 23., 24., 25. August.

12. August 2016 | Von | Kategorie: Cottbus | | Teilen

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Da steckt gewiss eine List dahinter, wenn Melinda (Corinna de Pooter, l.) und Melissa (Katharina Doerfel, r.) ihre gutmütige Schwester (Miriam Distelkamp) so beweinen Foto: M.Ziesemer

Anmerkungen zu „Die Schöne und das Tier“ in der Petersilienstraße

Cottbus (hnr.). Eine fast 500 Jahre überlieferte Geschichte aus Frankreich hat Gerhard Printschitsch für sein Sommertheater ausgegraben. Der Leipziger Johann Joachim Schwabe (1714-84) hat sie ins Deutsche übertragen, verschiedenste Bühnensparten versuchten sich an der Schönen („La Belle“) und dem Biest oder „Thier“. Die Fassung der TheaterNative in der Petersilienstraße kommt mit drei statt sechs Mädchen aus, einem verarmten Vater und einem scheußlischen und sehr akrobatischen Tier. Fünf Personen entführen in  dieses tiefe Es-war-Einmal und verzaubern ihr Open-air-Publikum. Das gelingt vor allem durch  die Musik, teils vom Stick eingespielt, teils live vom Klavier, und schaurig schön vor allem vom Tropetensopran der Schönen (Miriam Distelkamp) gesungen oder frech gezwiebelt von deren zickigen Schwestern Melinda (Corinna de Pooter) und Melissa (Katharina Doerfel). Den drei Damen gelingen präzise definierte Typen, deren Mit- und Gegeneinander den Witz und die Spannung des Stückes trägt. Sie verdienen sich sogar Szenenbeifall.
Recht bedächtig kommt hingegen Väterchen Peter Hartmann daher, der erst ein wenig vom „Faust“-Vorspiel importiert und sich dann geschickt aber doch etwas zu selbstverliebt im stockdunklen Walde (noch bei Tageslicht, schön gespielt!) zwischen Oleanderbüschen verirrt. Hier befällt ihn von der Dachkante das Ungeheuer, das Elise später, fast zärtlich, nur „Tier“ nennt. Sie, die ihren Vater liebt und ihm bescheiden hilft, während die Schwestern aufs Erbe spekulieren, stellt sich der Gefahr, um des Vaters Leben zu retten. Natürlich erweist sich das gräßliche Zottelwesen (auch Ausstattung von G. Printschitsch) als Prinz (Tom Pilath), und die Liebe obsiegt – wie überall im Leben.
Filmkomponist Peter Gotthardt (Premierengast) hat Musikstücke für diese Fassung geschrieben, am Klavier fühlte sich NaUnd-Chef Michael Mattusch ins Märchenmilieu ein.
Alles in allem ein Glücksabend in der Petersilienstraße mit viel Applaus. Nächste Vorstellungen:
23., 24., 25. August.


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