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Senftenberger bestehen auf Kreissitz

9. Dezember 2016 | Von | Kategorie: Wirtschaft | | Teilen

Abgeordnete sprechen sich einstimmig für Willensbekundung aus / Mehr Gewicht beim Land erhofft

Senftenberg (trz). „Landkreis Niederlausitz“ soll das neue Gebilde in Südbrandenburg nach der Kreisgebietsreform heißen, ist von der Potsdamer Landesregierung zu hören. Und Senftenberg will unbedingt Kreisstadt dieser großen Teile des alten Bezirks Cottbus werden. Eine entsprechende Willensbekundung haben die Stadtverordneten einstimmig abgesegnet. Eingebracht hatte sie Bürgermeister Andreas Fredrich.  In der Begründung heißt es wie folgt: „Die Stadt Senftenberg verfügt neben der zentralen Lage über eine sehr gute Infrastruktur, eine florierende Wirtschaft, ein deutschlandweit anerkanntes Theater und über ein Bildungsangebot von der Kita bis zur Universität. Die Argumente für Senftenberg – auch als künftige Kreisstadt -sollen dem Landtag und der Landesregierung in ausführlicher Stellungnahme mitgeteilt werden. Sie wird durch den Bürgermeister und Fraktionsvertreter verfasst.“
Altbürgermeister Klaus-Jürgen Graßhoff (CDU) erklärte, man könne diesen Beschluss gar nicht scharf genug formulieren. Nicht zuletzt erhalte das Papier durch das Votum der Abgeordneten ein höheres Gewicht in Potsdam.
Martina Gregor-Ness (SPD) verwies auf die geografischen Vorteile, die Senftenberg gegenüber der „Konkurrenz“ aus Forst (SPN) und Herzberg (EE) habe. So liege die Seestadt mitten im geplanten Landkreis. Kerstin Weidner (AGSUS/SFB) erklärte, dass ihre Fraktion generell gegen die Kreisgebietsreform kämpfe und die Volksabstimmung unterstütze. Trotzdem entschied sie sich für den Antrag der Stadt Senftenberg. Wenig Illusionen gab sich allerdings ihr Fraktionskollege Fred Frahnow hin: „In Potsdam interessiert doch sowieso niemanden, was wir hier beschließen.“ Klaus-Jürgen Graßhoff mahnte aber, dass die Stadt auf alle Eventualitäten vorbereitet sein müsse. „Wir können nicht noch Wochen warten“.
Bürgermeister Fredrich gab sich indes optimistisch: „Wenn wir nicht schon im Jahr 1994 bei der ersten Reform so vehement für den Kreissitz gekämpft hätten, wäre dieser wohl nicht an Senftenberg gegangen.“ Ursprünglich war vorgesehen, Calau zur OSL-Kreisstadt zu machen.
Konkurrenz bekommt Senftenberg indes aus Cottbus. Zwar forderten die dortigen Abgeordneten, die zeitgleich tagten, die Kreisfreiheit für ihre Stadt. Doch falls dies nicht klappe, müsste Cottbus zumindest Kreissitz der Niederlausitz werden.


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