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„Großvater war Kohlenhändler“

23. Dezember 2016 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Guben | | Teilen

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In unserer letzten Ausgabe hatten wir Braunkohlengrube „Am nassen Fleck“ unweit von Guben gesucht

Leser erinnern sich an Braunkohlengrube „Zum nassen Fleck“ bei Guben

Mehrere Leser haben die richtige Lösung zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehört auch S. Menzel aus Guben. Er schreibt folgendes: „Einst war auch Guben mit den Gruben ‘Am nassen Fleck’ sowie ‘Gottes Hilfe’ Kohlerevier. Die Braunkohle besaß für die Hut- und Tuchfabriken eine ganz wichtige Bedeutung. Zudem war der Transport aufgrund der Nähe der Gruben zur Stadt günstig. Die vielen Schornsteine der Wohnhäuser und Fabriken zeigten, dass mit Kohle geheizt wurde. Die Grube ‘Am nassen Fleck’ lag zwischen der Crossener Straße und Germersdorf, direkt an der Straße. Gubener Fuhrunternehmer mit Pferden transportierten den Energierohstoff zu den Heizhäusern der Firmen und Kohlenhandlungen. In den Privathaushalten wurde die Kohle für Kachelöfen, Kochplatten, Badeöfen, Handbügeleisen, Arbeiten im Waschhaus und für weiteres benötigt. Die Braunkohlengrube ‘Am nassen Fleck’ wurde bereits vor dem Jahr 1930 geschlossen.“
Arno Schulz schreibt: „Auf dem Bild handelt es sich um die letzte der noch bis in die 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts in Guben betriebene Kohlengrube Am nassen Fleck, gelegen zwischen Guben und Germersdorf. Abgebaut wurde die Braunkohle unter Tage. In Guben und Umfeld gab es nach Karl Gander  um 1850 acht Gruben. Dadurch konnte der Brennstoffbedarf für die Dampfmaschinen der aufstrebenden Industriebetriebe gedeckt werden. Eine führende Rolle bei der Erschließung der Kohlegruben spielte der Tuchfabrikant Feller. Mein Großvater, der auch Kohlenhändler war, hat noch vom Nassen Fleck Rohbraunkohle zum Weiterverkauf abgefahren. Aufgrund der regen Bergbautätigkeit hatte auch die Knappschaft der Bergleute ihren Sitz in Guben, in der jetzigen Bahnhofstraße 1.“
Werner Koschack schreibt: „Das Rätselfoto zeigt die Braunkohlegrube Am nassen Fleck. Sie lag zwischen Crossener Straße und Germersdorf. Die Braunkohle kam in den Gubener Bergen sehr reichlich vor. Somit entstanden 1848 die Braunkohlengruben. Schon vor dieser Zeit hatte man hinter der Einbecke Kohle abgegraben und zum Ziegelbrennen verwendet. Großen Verdienst hatte der Tuchfabrikant August Feller. Er gab die Anregung, billigen Heizstoff zu gewinnen. Der Fortschritt der Industrie brauchte die Kohle für die Dampferzeugung. Die Steinkohle war zu dieser Zeit sehr teuer. So entstanden die Gruben „Guben“, „Feller“, „Gottes Hülfe“ und „Am nassen Fleck“. Am 1. Februar 1849 konnte der Braunkohlenverein auf der Grube Guben die ersten Kohlen verkaufen. Die Tonne zu vier, fünf und sieben Groschen, je nach Qualität. Zu dieser Zeit gab es sieben Gruben. Die Grube Am nassen Fleck war die größte. 1885 wurde die Braunkohle in dieser Grube in 100 Meter Tiefe abgebaut. Um 1900 gab es in Guben noch drei bestehende Braunkohlengruben. Diese wurden vereinigt. Hugo Lehmann, der Besitzer der Grube Gottes Hülfe, übernahm auch die Gruben Guben, Feller und Am nassen Fleck (nach dem Tod von August Feller 1868 vereint). Besitzerin von Am nassen Fleck war Luise Müller (Witwe). Die Grube Am nassen Fleck wurde bis 1927 betrieben, dann war es mit der „energiereichen Ernte“ vorbei. Die Dampfmaschine war zu dieser Zeit schon führend. Da es keine Zeitzeugen mehr gibt, sind dies Überlieferungen vom Heimatforscher Karl Gander. Im Buch „Geschichte der Stadt Guben“ über den gesamten Bergbau von Guben nachzulesen.


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