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Bergleute und Kraftwerker sind bestens für den möglichen Krisenfall gerüstet

30. Dezember 2016 | Von | Kategorie: Cottbus | | Teilen

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Impression vom LEAG-Gasturbinenkraftwerk in Thyrow, das sich südlich von Berlin befindet Foto: LEAG

Die LEAG sichert mit Gasturbinen und Braunkohlenstrom Netzaufbau und Stromversorgung

Cottbus (trz). Angenommen, der Winter bricht mit voller Wucht über die Lausitz herein. Ein Blizzard legt bei Temperaturen unterhalb minus 20 Grad das öffentliche Leben lahm. Masten knicken um, Stromleitungen reißen in Größenordnungen. Ein solches Horrorszenario möchte niemand erleben, es liegt aber im Bereich des Möglichen.  Die Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG) ist für einen solchen Krisenfall gerüstet. Ebenso für einen Hackerangriff. Der flexible Verbund aus Gasturbinen- und Braunkohlenkraftwerksanlagen macht es möglich. „Wir sind in der Lage, bei einem Blackout die Stromversorgung für Millionen Haushalte, Industrie und Gewerbe aufzubauen“, erklärt Frank Mehlow, Leiter Energiewirtschaft bei der LEAG. Dazu dienen zwei Gasturbinenkraftwerke in Thyrow und Ahrensfelde bei Berlin.
Allein in Thyrow werden fünf der acht Gasturbinen in Reserve gehalten, um bei einem großflächigen Netzausfall die sogenannte Schwarzstartfähigkeit und den Wiederaufbau des Übertragungsnetzes zu gewährleisten.
Bereit für den Winter
Vor allem im Winter mit dem geringsten Aufkommen an Sonnenenergie und dem höchsten Stromverbrauch steht die Thyrower Anlage mit gefüllten Erdgasspeichern  und einer möglichen Erzeugungskapazität von insgesamt 188 Megawatt bereit, um bei einem Blackout genug Spannung ins Netz zu bringen.
Windkraft- und Solaranlagen helfen im Netzwiederaufbau indes nicht. Im Gegenteil: Weder Wind noch Sonne sind planbar. Sie können daher bei einem Neustart der Stromversorgung nicht helfen.
Kommt es zum „Fall der Fälle“, gehen die Thyrower Gasturbinen  mittels Notstromaggregat in Betrieb und ans Netz. Sie bilden die Voraussetzung für die Stromeinspeisung aus dem Braunkohlenkraftwerk Jänschwalde, das sich aus dem Inselbetrieb wieder dazu schaltet. „Da sich unsere Lausitzer Tagebaue selbst mit Strom versorgen, ist für das Kraftwerk gleichzeitig der unterbrechungsfreie Nachschub mit heimischer Kohle gewährleistet“, erklärt Frank Mehlow. Und der Tagebau selbst könne ohne Beeinträchtigungen weiterfördern.
Partner gesucht
Die systemrelevanten Anlagen der Gasturbinenkraftwerke Thyrow und Ahrensfelde müssen laut der Bundesnetzagentur zunächst bis Mitte 2018 einsatzbereit gehalten werden. Darüber hinaus gibt es noch nicht systemrelevant eingestufte Anlagenteile. „Die verbleibenden Gasturbinen wären geeignet und verfügbar für Pilotprojekte zur Speicherung erneuerbarer Energie. Da sind wir an Kooperationen und dem Aufbau einer geeigneten Infrastruktur interessiert“, sagt Mehlow.


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