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Des Jahres letzte Schande

30. Dezember 2016 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

heinrich_kommentar_wpLange war ich mir nicht sicher, ob dies wirklich ein so schlechtes Jahr war. Wirtschaftlich lief es ja sogar recht ordentlich. Schäuble zählt gewaltige Überschüsse.
Politisch ereigneten sich manche Turbulenzen. Schlecht? Ich weiß nicht. Der Flüchtlings-Herausforderung waren und sind die Eliten und Verwaltungen nicht gewachsen, aber Deutschland hat sich fremder Not nicht verschlossen, und draußen im flachen Land, also auch hier in unserer Lausitz, ist von den Menschen Beachtliches an Hilfe und Zuwendung geleistet worden. Am Ende ist das erfreulich.
Schockiert hat der Überfall auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Doch Deutschland agiert auf Kriegsschauplätzen in allen Weltteilen, exportiert Waffen an jeden Schurken und  lässt seine Leitmedien täglich laut von mehr bewaffneten Einsätzen träumen. Wir sollten dankbar sein, dass hier nicht mehr passiert ist.
Es macht mir Sorge, dass amerikanische Panzer durch die Lausitz rollen, um in Polen stationiert zu werden. Ein früherer Bundespolitiker warnte beim Weihnachtseinkauf: ‘Mag sein, Aber es ist nicht gut, das öffentlich zu sagen.’   Nicht gut? Seine Frau zog ihn zum Schokoladenregal: „Haben wir Jahrzehnte die Russen ertragen, werden uns jetzt doch nicht die Amerikaner stören!“
Welche Schande am Ende dieses nun doch nicht guten Jahres. So war also alles vergebens, was wir vor ‘90 riskiert haben. Da kehrt das alte Waffengerassel zurück. Gefährlicher noch als dereinst, weil fatale Abenteuerlust wie Nebel aufsteigt.
Ja und nein. Es war für uns noch ein ganz gutes Jahr. Aber: Nein, es ging nicht ein kleines bisschen in Richtung Frieden. Eher das Gegenteil.

  Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de


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4 Kommentare auf "Des Jahres letzte Schande"

  1. Heinz Willmann sagt:

    Sehr zu begrüßen.. auch die Zuschriften. Eigentlich ist mit der US-Besatzung in Polen und weiter ostwärts der
    Einigungsvertrag mi der BRD so durchlöchert, dass man ihn als hinfällig ansehen kann.
    Wir haben mal als Erste nach dem Krieg die Oder-Neiße Grenze anerkannt.
    Die Neuentdecker um Kohl und Merkel haben inzwischen alles verraten !!

  2. Joachim Ehlig sagt:

    Danke für die klaren Worte. Ein Lichtblick in der täglichen Feindbildpropaganda und Beschuldigung anderer..
    Es gibt Alternativen zur Konfrontationspolitik. Aber Leute, die z.B. vorschlagen, die NATO aufzulösen (sie gehört auf den Müllhaufen der Geschichte, gleich neben den Warschauer Pakt), werden sofort in die rechte Ecke gestellt.
    In der typischen westlichen Arroganz wird unsere Demokratie und Lebensweise über alle anderen erhoben und Angstpopulismus bzgl. derer verbreitet, die ihre andere Lebensweise verteidigen. Andererseits werden aber die wirklichen Ängste des Volkes nachhaltig ignoriert – wer sie öffentlich ausspricht, steht schon wieder ganz rechts.
    Ich habe bisher noch nie in meinem Leben Hoffnung auf einen amerikanischen Präsidenten gesetzt. Aber diesmal doch, weil er es sein kann, der anstelle von Arroganz, Konfrontation und Kriegspropaganda wieder die Politik des Zuhörens, des Verstehens und Akzeptierens der anderen Seite und des Findens von Kompromissen setzen könnte.
    Hoffen wir auf mehr Frieden im Jahr 2017.

    PS: Daß Herr Schäuble gewaltige Überschüsse zählt, hat sicher auch damit zu tun, daß die 25 Milliarden für die Energiewende im letzten Jahr nicht von der Staatskasse, sondern vom Volk direkt aufzubringen waren.

  3. Rolf-Rüdiger Koch sagt:

    Danke für diesen Artikel. Er zeigt mir, das die Generation der Volksbildung noch nicht tot ist. Man registriert nicht nur die
    Politik und Ihre Ergebnisse, sondern man hinterfragt und versucht wenigstens die Ursachen zu finden. Dennoch, die
    Ohnmacht bleibt, denn gegen die Demokratie des Geldes kann man nicht mit Vernunft agieren.
    Waffen und Hass werden immer auf Ihre Verursacher zurückschlagen ! Allerdings werden das auch wieder die Kleinen
    auszubaden haben. Sollte sich unser scheidender Bundespräsident mal vor Augen halten ! Aber vielleicht hilft Ihm ja
    eine Kerze anzubrennen gegen den Terror. Heuchler !!!
    Ich hätte mir gewünscht er hätte uns das Licht des Friedens gebracht – ich bin übrigens Atheist.

  4. fabian sagt:

    Dank unseren gewählten VOLKSverträtern.

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