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Region: 23 Wolfsrudel leben in Brandenburg

3. Februar 2017 | Von | Kategorie: Spremberg | | Teilen

Neuer Managementplan kommt im Frühjahr / Land unterstützt Hobbytierhalter im Schadensfall

Region (trz). Von null auf 23 in nur einem Jahrzehnt: Die Zahl der Wolfsrudel in Brandenburg hat stark zugenommen. Mittlerweile gilt das Bundesland als komplett mit Wölfen besiedelt. Inzwischen kommen sie in 26 Gebieten vor. Der Großteil der aktuell 23 Rudel, zwei Paare sowie der zwei unklaren Vorkommen lebt in der Niederlausitz. Diese Zahlen und Fakten nennt Axel Steffen, Abteilungsleiter Naturschutz im Brandenburger Umweltministerium.
Bundesweit gibt es inzwischen 56 Rudel in 68 Gebieten. Pro Rudel können zwischen sechs und acht Tiere gerechnet werden. Der jährliche Zuwachs an Wölfen in Brandenburg beläuft sich laut Axel Steffen auf 30 Prozent. Inzwischen, so weiß der Experte, nähmen die Konflikte zwischen Wolf und Mensch zu. „Die Leute haben Angst. Wir müssen klären, wie wir damit umgehen wollen.“ Erst im Dezember hatte es in Rathenow (Havelland) ein Graupelz bis  auf ein Kitagelände geschafft. Dank Vergrämungsmaßnahmen wurde das Tier anschließend nicht mehr gesehen.
Im vergangenen Jahr wurden brandenburgweit 182 Schafe gerissen. Hinzu kamen 23 Kälberrisse. Zum Vergleich: 2015 mussten 74 Schafe und drei Kälber dran glauben. Neben der Ostprig-nitz, dem Raum südlich von Berlin und dem Oder-Spree-Land gilt die Lausitz als Hauptaktionsgebiet.
Um den Wolfsschäden zu begegnen, überarbeitet das Land gerade seinen Wolfsmanagementplan. Nach Angaben von Achim Wersin vom Umweltministerium soll der Entwurf im April erstmals vorgestellt werden. Im Vorfeld hatten fast 500 Beratungen mit Tierhaltern stattgefunden. Indes könnte es eine Regelung geben, dass auch Hobbytierhalter im Fall von Wolfsrissen für ihr dadurch verlorenes Vieh unkompliziert entschädigt werden. Präventionsmaßnahmen seien aber nicht förderfähig.
Darüber hinaus wolle Brandenburg sein Wolfsmanagement ausbauen. In der Diskussion sei zudem ein Infozentrum zu den Graupelzen. Das könnte bereits in einem Jahr in Nordostbrandenburg eröffnet werden.


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