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Cottbuser Liebeslied

3. März 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Wien und das „Weiße Röss’l“ verdrängten diese Woche ganz glücklich das säuerliche kommunale Wintergedösel. „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“, trällerte es die Stadthaustreppen am Altmarkt hinunter. Oben war grad DIE Idee der kommenden Theaterspielzeit präsentiert worden: Eine Cottbuser Walzernacht auf dem Altmarkt!
Die Begeisterung ist so groß, dass dem Ganzen nur ein Mangel vorgeworfen wird: Warum erst 2018?
Aber halt! Gut Ding will Weile, und hier hat sich der geniale Gedanke gleich zu Beginn verstolpert und zur Proklamation nicht mal die Presse eingeladen. Buschfunk und soziale Medien mussten dem „Liebeslied“ im erste „Blütenduft und Sonnenschein“ den Dreivierteltakt geben.
Wiener-Walzer-Paare zu großem Orchester in der Mitte der Stadt – wenn das kein Szenario für weit ausgreifende Liebeserklärungen ist! Natürlich wäre so etwas auch in Senftenberg, Forst, Guben oder auf dem Spremberger Markt vorstellbar.
„Gewalzt“ wird im Dreivierteltakt schon seit gut 200 Jahren. Dass diese Idee einer tanzenden Stadt nun vom Cottbuser Schillerplatz, dem Theaterstandort, herkommt, hat vielleicht damit zu tun, dass Friedrich Schiller es war, der zuerst das Wort „Walzer“ verwendete. Ob es stark genug sein kann, dem Stadtmarketing Glanz zu verleihen? Ganz festlich soll es zugehen, weiß gedeckt, die Boutiquen sollen rundum zum Flanieren inspirieren, und natürlich wird das glanzvolle Staatstheater-Ballett die ersten Drehungen vorgeben.
Das Cottbuser Liebeslied der kommenden Jahre soll dann der Walzer bleiben. Jeden Sommer wieder, immer wieder „beschwingt wie Champagner-Wein…“


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