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Den Matrosenanzug gekauft

3. März 2017 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Guben | | Teilen

Antwort A war richtig – Wir hatten in unserer letzten Ausgabe den Blick zum Gubener Markt gesucht

Erinnerungen an das alte Stadtzentrum von Guben mit prächtigen Straßen

Mehrere Leser haben die richtige Lösung zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst dazu gehört auch Arno Schulz. Er schreibt folgendes: „Eigentlich sind alle drei Antworten richtig. Links das alte Rathaus, heute in Gubin, rund 50 Meter zum Markt mit dem Zweikaiserbrunnen in Richtung Osten, zur Neißebrücke etwa 100 Meter in westlicher Richtung und weiter die Frankfurter Straße rund 500 Meter  zum Dreieck.“
Werner Koschack merkt an: „Das Foto zeigt den Markt. Rings um das Rathaus und die Stadt- und Hauptkirche war der Markt von Nr. 1 bis Nr. 39. Nr. 1-2 war das Rathaus, Nr. 3 die Kirche, Nr. 4 das Eckhaus-Herrnstraße geradeaus auf dem Foto. Es war das  Herren- und Knabenkonfektionsgeschäft Haake. Aus diesem erhielt ich 1943 meinen Matrosenanzug. Der Straßenbahnhaltepunkt war genau vor dem Reichspost- und Telegrafenamt, Markt Nr. 33-36. Man sieht im Vordergrund links den Eingang des Rathauses. Das Foto könnte ca. 1920 aufgenommen sein. Dahinter links vor der nicht sichtbaren Kirche ist der Zweikaiserbrunnen zu sehen. Er wurde 1898 zum Andenken an die zwei deutschen Kaiser errichtet. Er war 16,8 Meter hoch. Der Gestalter des Brunnens war der Berliner Architekt Paul Kieschke. Man hatte Granit aus dem Fichtelgebirge, polierfähiges Syenit, roten Mainsandstein sowie Metalle verwendet. Am oberen Teil befanden sich Sielefsplatten mit den Porträts Kaiser Wilhelm I. und seines ältesten Sohnes Kaiser Friedrich III. Letzterer war nur 99 Tage im Amt, dann starb er 1888. Es soll ein sehr schöner Brunnen gewesen sein. 1938 wurde er abgetragen. Im Vordergrund im Bild rechts ist die Adlerapotheke und die Konditorei und Café Erich Schmidt zu sehen.“
Gert Richter schreibt: „Der Betrachter steht in der Klosterstraße mit dem Rücken zur Großen Neißebrücke bzw. dem dahinter befindlichem Dreieck. Links das Haus mit dem Baldachin ist das Rathaus. 1274 wurde Guben die Erlaubnis erteilt, ein Rathaus zu errichten. 1392 wurde der Westflügel des Rathauses als Gewandhaus (für die Wollweber und Gewandschneider, also Tuchhändler mit Meilenrecht, deren Mitglieder regelmäßig den Rat stellten) errichtet – 1794 wurden diese Hallen als Tanz- u. Gesellschaftssäle umgewandelt. Der Gubener Bürgermeister Johann Wolf baute 1542 in den Rathausturm eine Kunstuhr, die den Lauf der Gestirne anzeigte und zu jeder vollen Stunde der Heiland und die Apostel durch Türchen erschienen. Aus diesem Grunde erkletterte 1711 Zar Peter I  den Rathausturm und betrachtete die von den Schweden im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Kunstuhr. 1671 wurde das gotische Rathaus im Stile der Spätrenaissance vergrößert. Durch das Wachsen Gubens und somit der Verwaltungsaufgaben, anno 1890 hatte Guben bereits mehr als 30.000 Einwohner, musste die Stadt 1912 die Seydellschen Mühlen kaufen und sie zum Verwaltungssitz umbauen. Rechts auf dem Marktplatz stehen zwei sich begegnende Straßenbahnen, die in Guben vom 24. Februar 1904 mit sechs Wagen vom Bahnhof zur Lubstbrücke (nur eine 2,4 km lange Linie) mit einem Kostenaufwand von 360 000 Reichsmark in Betrieb genommen wurden. Aus Rentabilitätsgründen wurde sie am 8. Juni 1935 durch fünf Buslinien ersetzt. Der Marktplatz als solcher ist schon über 800 Jahre alt, denn bereits 1211 wurde das `Oppidum Gubin’ erwähnt. Unter einem Oppidum hat man eine kleine stadtähnliche Siedlung mit Marktfunktion verstanden, der jedoch das Marktrecht fehlte. Dieses Magdeburger Marktrecht wurde 1235 von Heinrich dem Erlauchten, Markgraf von Meißen und der Ostmark, erteilt, was einer Stadtgründung gleichkommt. 1354 erhielt Guben das Recht, einen Brot- und Fleischmarkt abzuhalten. Das links stehende Zwei-Kaiser-Denkmal wurde am 30. Oktober 1898 eingeweiht, aber kurz vor dem Krieg von den Nazis wegen fehlenden Platzes bei Großaufmärschen abgebaut.


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