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Die kleine Frauen-Macht

10. März 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Gleichberechtigung ist ein sperriges Wort und eine fatale Sache. Wer möchte schon gleichberechtigt sein? Das klingt ein wenig wie gleichgeschalten oder über einen Kamm gebürstet. Frauen sind Frauen und Männer sind Männer, jeder mit besonderen Vorzügen, auch mit Schwächen. Zum Beispiel hörte ich dieser Tage in der beginnenden Frauenwoche tuscheln, dass sich Männer gerne „aufblasen“, gurren wie die Märzentäuber, ohne irgendetwas damit zu bewirken. Deswegen sind Männer so deutlich in der kommunalpolitischen Überzahl. Drei Männer kommen auf eine Frau in den Kreistagen, in den Gemeindevertretungen sollen Herren noch deutlicher überwiegen. Vielleicht auch deshalb, weil im ländlichen Raum die wichtigsten Themen erst am Biertisch zu Ende debattiert werden. Ganz schlüssig wird diese Verteilung auch nach der Frauenwoche nicht geklärt sein.
Wo sich Frauen um „gleichberechtigt“ unterhalten, geht es um faire Chancen für Dicke und Dünne, Schwule, Schwarze oder Blasse, höchst selten um Quoten für all diese Ausschüsse und beratenden Gremien. Diese kleine Frauen-Macht reizt selbstbewusste Mädchen und Mütter kaum. Wenn schon, dann müssen die Dinge Hand und Fuß haben, weshalb in Deutschland (und anderen europäischen Gegenden) die Frauen die Politik ganz oben prägen.  Die Moderatoren auf den Talk-Sofas vor der Bundestagswahl müssen sich auf viel Weiblichkeit einstellen: auf Mama Merkel ja sowieso, bei den Linken die Wagenknecht, die Petri von der AfD, Göring-Eckardt bei den Grünen. Da hat’s der Heilige Martin von den Sozis nicht leicht. Die große Macht rückt in Deutschland zunehmend weiblich an die Pulte.

    Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de


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