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Was Noten uns sagen

24. März 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Schulnoten werden zum Ärgernis, wenn sie schlechter als „2“ sind. Oder wenn sie zum Thema für die Politik werden. Das aber nicht erst neuerdings (mal wieder!), sondern selbst auch schon zu DDR-Zeiten, als das Bildungssystem noch weniger Versuchsfeld war.
Dass die Zensuren für die jüngsten ABC-Schützen abgeschafft wurden, mag nützlich sein. Aber schon ab der zweiten Klasse, und später erst recht, sind sie unverzichtbar. Wenn Politiker, oder solche, die sich dafür halten, daherschwätzen, schlechte Schulnoten würden junge Menschen der AfD zutreiben (wie dieser Tage hierzulande behauptet), dann muss solchen Rednern eine 5 oder 6 eingetragen werden. Das wäre eine klare Aussage, nämlich: dringender Förderbedarf! Wollte man den Fehltritt verbal bewerten, würde jeder Leser etwas anderes verstehen. Und genau das ist das Problem. Noten verurteilen nicht, sie sprechen deutlich.
Die Aufgabe, mit der sich jede Elterngeneration neu auseinander zu setzen hat, ist das Verständnis der Botschaft. Wo die Zensuren sehr gut ausfallen, haben Eltern und Pädagogen zu bedenken, dass erhöhte Anforderungen nötig sind, Eliteförderung etwa, um das Kind seinen Fähigkeiten entsprechend zu beschäftigen. Wo Dreier und Vierer unter den  Testaten stehen, geht es nicht um „aussondern“ oder „abschieben“  (welch Unsinn!), sondern um die Ansage: Müht Euch gemeinsam und geduldig!
Es bleibt dabei, dass Kinder sehr verschiedene Auffassungsgaben, Begabungen und Talente haben. Sie verklausuliert nach womöglich vorgegebenen Wort-Normen zu um- oder beschreiben, bringt gar nichts. Am besten kapieren Kinder, Eltern und Großeltern, was ihnen Noten sagen.

Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de


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