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Region: Niederlausitz spielt gegen Oberlausitz

21. April 2017 | Von | Kategorie: Guben | | Teilen

Als Trainer wurde der Sielower ehemalige DDR-Oberliga- Spieler Horst Krautzig gewonnen

Wendische Fußballmannschaft ins Leben gerufen.

Region (mk). Mittwoch um 19 Uhr. Schwarze Limousinen parken vor dem „Wendischen Hof“ in Dissen ein. Die Cottbuser Bürgermeisterin Mariette Tzschoppe, der Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger, der Bundestagsabgeordnete Dr. Klaus-Peter Schulze, der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Michael Schierack, der  stellvertretende Vorsitzende des Fußballkreises Niederlausitz Bernd Ospalek, der Vize-Geschäftsführer der Domowina Marcus Koinzer und der Sparkassen-Direktor Jens Gerards betreten die Traditionsgaststätte. Dass hier kein kleiner Kickerverein gegründet werden soll, zeigt allein diese Prominenz.  Was hier gleich passiert, hat überregionale Bedeutung. Fred Kaiser als Dissener Bürgermeister ist froh über die Unterstützung. Nachdem zu Jahresbeginn die Idee geäußert wurde, eine wendische Fußballauswahl zu gründen, war er das Zugpferd. „Ich wollte unbedingt Nägel mit Köpfen machen“, erklärt er. In der Oberlausitz gibt es eine solche Mannschaft bereits lange. Diese habe auch bereits an der Europäada teilgenommen, in der sich Fußballer europäischer Minderheiten gegenüberstehen. Auch die künftige Niederlausitzer Mannschaft will lokal und international auf sich aufmerksam machen. Klasse und Qualität sind gefragt, erklärt der künftige Trainer Horst Krautzig das Ziel. Der in Sielow wohnende einstige DDR-Oberliga-Spieler ist  Feuer und Flamme von der Idee, eine solche Mannschaft ins Leben zu rufen. Den einstigen Energie-Profi Nils Miatke, der jetzt bei Zwickau spielt und auch Torsten Mattuschka konnte er
bereits gewinnen. Zitat von „Tusche“  beim Anruf: „ Klar bin ich dabei. Meine Oma ist immer in wendischer Tracht gegangen. Ich verschiebe auch meinen Urlaub“. Die Resonanz ist groß, sagt Nico Jarick, der sich  mit
einem Team bereits der Spielerakquise widmet. 30 Namen stehen auf einer Liste. 14 haben bereits fest zugesagt. Möglichst aus jedem wendischen Dorf sollten Spieler vertreten sein, die nicht nur klasse Spieler sind,
sondern sich auch zu ihren wendischen Wurzeln bekennen.
„Wir wollen keine Schauspieltruppe sein“, betont Horst Krautzig. Das Anliegen, junge Menschen aus dem Wendengebiet in einer Mannschaft zu vereinen, wird ernst genommen. Der Mannschaftsname steht bereits: „Serbske Koparje“- wendische Auswahl“. Auch die Trikots in den Farben blau, weiß und rot sind produktionsreif. Erstes Spiel ist am 8. oder 9. Juli beim Dissener Sportfest. Die Oberlausitzer Auswahl wird hier als Gast empfangen. Träger der wendischen Mannschaft ist die Domowina Regionalverband Niederlausitz. Sponsoren und Unterstützer sind gern gesehen. Eine Vision hat Dissens Bürgermeister Fred Kaiser, der auch Vorsitzender des Kreisausschusses Spree-Neiße für sorbisch/wendische Angelegenheiten ist, am Ende des Gründungstages: „Ich wünsche mir, dass wir eines Tages keine Spieler für die Mannschaft mehr suchen müssen, sondern die wendischen  Dörfer stolz sind, Spieler für diese Auswahl entsenden zu können.“ Dieses Renommee will sich „Serbske Koparje“ nun auf dem Spielfeld und am Spielfeldrand erarbeiten. Die anwesenden
Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker sagten ihre Unterstützung zu und wünschten der neuen Mannschaft einen „Guten Lauf“. Punktspiele  der Auswahl in den örtlichen Ligen sind keine geplant.


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