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Cottbus: Von Südamerika nach Schwarze Pumpe

28. April 2017 | Von | Kategorie: Sonntag im Revier | | Teilen

Wenn Dayana Buitrago Ortega über ihre ersten Jahre in Deutschland erzählt, tut sie das trotz mancher Probleme ohne Zorn. Sie ist angekommen in diesem Land, in dieser Region. Und das hat sie seit dem 7. März 2017 auch schwarz auf weiß – einen deutschen Pass Foto: LEAG

Dayana Buitrago Ortega aus Kolumbien ist im Eisenbahnbetrieb der LEAG tätig.

Cottbus. Nur etwas mehr als 20 LEAG-Mitarbeiter sind ausländischer Herkunft. Die Bürokauffrau Dayana Buitrago Ortega ist eine davon.  Neun Jahre war sie alt, als ihre Mutter mit ihr und ihrem Bruder ihre Heimat Kolumbien in Richtung Deutschland verließ.
Über die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt kam die Familie nach Spremberg ins Asylantenheim. Ein eigenes Zuhause hatten sie in Spremberg lange nicht. Dayana konnte jedoch gleich in die Grundschule gehen. Zwar musste sie noch einmal in der ersten Klasse starten. Im Nachhinein war das jedoch wichtig für sie.
Ehe die Ortegas in Spremberg richtig heimisch werden konnten, dauerte es allerdings. Nur mit Hilfe der Katholischen Kirche konnten sie einer Ausweisung entgehen und eine richtige schöne Wohnung gab es erst im Jahr 2008. Nach dem Fachabitur im Jahr 2012 hätte Dayana gern eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in Berlin gemacht oder ein Studium zur Sozialpädagogin in Potsdam begonnen. Da sie damals aber nur ein Visum für acht Monate besaß, bekam sie weder einen Ausbildungs- noch einen Studienplatz.
Deshalb begann die Abiturientin eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei Vattenfall. „Es war der größte Arbeitgeber in der Region. Das erschien mir naheliegend“, so ihre Begründung.  Von der Ausbildung schwärmt die junge Frau heute noch. „Ich war in 15 Abteilungen, habe viele Arbeitsbereiche kennengelernt – eine super Ausbildung.“
Wegen ihrer guten Leistungen konnte die Auszubildende im Jahr 2015 vorzeitig auslernen und wurde in das Begabtenförderungsprogramm der IHK aufgenommen. Im Unternehmen bekam die frischgebackene Bürokauffrau einen unbefristeten Arbeitsvertrag im Zentralen Eisenbahnbetrieb in Schwarze Pumpe. In einem Teil ihrer Arbeitszeit arbeitete sie im Zechenbuch, in dem alle bergrechtlich relevanten Besitz- und Vermögensverhältnisse erfasst werden, in einem zweiten kümmerte sie sich um die Anlagenbuchhaltung.  In Schwarze Pumpe fühlt sich die Bürokauffrau wohl. „Hier herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre“, erklärt sie. Inzwischen gehört sie zur kaufmännischen Arbeitsgruppe im Stab und ist für die Anlagenbuchhaltung und die Einstellung von Bestell-anforderungen  zuständig. Ins Begabtenförderprogramm an der IHK ist die künftige Wirtschaftsfachwirtin 2016 gestartet. Im Jahr 2018 wird sie damit fertig sein.
Vor der Zukunft hat die kleine zierliche Frau keine Bange. „Ich habe eine gute Ausbildung. Ich kann perfekt Spanisch.“ Und sie ist offen für Veränderungen und Neues.    Elvira Minack


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