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Das Mädchen und der Wolf

28. April 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Über brandenburgische Politik lachen nicht nur die Hühner, sondern vor allem auch die Wölfe. Die halten inzwischen das Potsdamer Leben in Schach, wenn sie auch noch nicht selbst durch Sancoussi  streunen. Immerhin wurde einer aber schon in einem Rathenower Schulgarten angetroffen, als er ein achtjähriges Mädchen beschnupperte. Rotkäppchen und der Wolf – kein Märchen mehr. Jedenfalls weiß das Dieter Dombrowski, Vizepräsident im Landtag, der die grimmsche Real-Version erzählt. Diese Woche war schon wieder Wolfsplenum, das vierte bereits. Die Wolfs-Situation spitzt sich zu, die Kosten laufen aus dem Ruder, und dabei sind noch nicht einmal die Mittel für derart sinnlose Versammlungen eingerechnet. Aufs „Wolfskonto“ kommen nur die Entschädigungen für gerissenes Vieh, nicht die horrenden Personalkosten für ein Management zu etwas, das es eigentlich gar nicht mehr gibt mitten in dichtester Zivilisation.
Von den 26 Wolfsrudeln mit unbekannter (offiziell immer runtergeschwindelter) Tierzahl, lebt die Hälfte in Brandenburg. In manchen Gegenden sagen die Fachleute, die Jagd sei tot, und längst klagen Viehhalter nicht nur über einige verlorene Schafe. Die hungrigen Raubtiere gehen auch auf Rinder und Pferde. Und wozu das alles? Für einige Träumer, die das Rad der Evolution rückwärts drehen wollen. Ganz nebenbei erwähnt: zu Lasten der Steuerzahler.
Na gut. Einige Wölfe ließen sich auch mitten in Europa verkraften. Aber, um auf die lachenden Hühner zurückzukommen: Wie jede Hühnerhaltung nur verträgliche Stückzahlen in der Fläche duldet, muss auch diese Wolfs-Freihaltung ihre LebensraumQuote finden.

  Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de


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