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Auf Sicht fahren

12. Mai 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Mehr denn je, das war neulich beim Unternehmerfrühstück in Spremberg zu spüren, müssen die Menschen aus der Wirtschaftspolitik und solche, die verstehen, „aus Kohle etwas zu machen“, offen miteinander reden. Es ist jetzt für die Lausitz nicht die Zeit vollmundiger Schlagzeilen. Einfach, weil auch der Stoff dafür fehlt.
Bundestagsabgeordneter Uli Freese passt da gut in die Landschaft. Er hat Bergbau einbrechen sehen und weiß, wie sich Leute aufrichten können. Mit patenten Sprüchen ist er nicht unterwegs. Vielmehr empfiehlt er, „auf Sicht zu fahren“.
Niemand weiß wirklich, wann ein totales Kohle-Aus befohlen wird oder wann ein  segensreicher Bundesentschluss die Innovationstore monetär ölt. Auf Sicht fahren heißt, bereit zu sein für die Momente, da sich Lösungen greifbar andeuten. Das heißt aber auch, die Ellenbogen nicht selbstwaltend auszufahren, sondern sich einhaken in der Front der gleichermaßen Betroffenen. Die ganze Lausitz ist das. Aber  es sind eben auch alle politischen Ströme. Links, Mitte, halbrechts – die Lausitz kann sich strukturpolitisch nicht zum zänkischen Zwergenvolk vermeckern.
Auf Sicht fahren heiß, offen sein für eine gemeinsame Sache. Für Freese, um auf das Frühstücksgespräch zurück zu kommen, ist Kohle nicht erledigt. Sie soll zunehmend weniger verstromt werden. Aber der Stoff Kohle gibt allemal Wirtschaft her. Und da sind dann die, die „Kohle haben“, um in neue Wirtschaftszweige zu investieren, als Früh(stücks)aufsteher gut gefordert. Auf Sicht fahren heißt schließlich, den „Wandel“ aus dem Vokabular zu streichen. Der war gestern. Jetzt, finden die UVB-Frühstücker, beginnt die Strukturentwicklung. Zug um Zug.


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