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Cottbus: Widerstand gegen den Abriss

12. Mai 2017 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus | | Teilen

Richtig war natürlich Antwort B – Wir hatten in unserer letzten Ausgabe die Sandower Straße gesucht

Leser erinnern sich an den Straßenbahnbau und an die Cottbuser „Münze“.

 

Viele Leser haben die Antwort zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehören auch Ursula und H.-J. Ni-ckusch: „Es handelt sich um die Sandower Straße. Das Foto entstand im Jahr 1980, als das zweite Gleis für die Straßenbahn verlegt wurde. Die hinteren vier und das vordere Gebäude gibt es nicht mehr. Hinter dem hellen Haus der Nr. 13 stehen heute noch die Gebäude Nr. 12 und 11, hier nicht sichtbar. Anstelle der drei gleichen Nummern 6 und 7 der Kreuzgasse Nr. 9 bis zur Nr. 11 steht seit 1993 die Volks- und Raiffeisenbank. Auf den Grundstücken Nr. 14, 15 und 16 baute 2007 das DRK. In der Nr. 10 befand sich einst die Dampfkornbrennerei und Destillation, Weinhandlung von Johannes Schneider. Vor dem Abriss des Gebäudes sicherten wir zwei originale Tonflaschen und Etiketten von ca. 20 verschiedenen Spirituosensorten. Das seit 1988 leer stehende gefährdete barocke Denkmal Nr. 13 (zuletzt Fahrzeugladen) wurde 1997 aufwendig gesichert, jedoch dann im Oktober 2013 die Reste des Denkmals, die Fassade, abgerissen. Die Nr. 15 und 16 waren baulich miteinander verbunden und besaßen einen gemeinsamen Dachstuhl. Im September 1986 wurde nach aufwendigen Untersuchungen der Bausubstanz dann von den zuständigen Institutionen festgelegt, dass die Nr. 16, das Denkmal ‘Zur Münze’ betreffs des guten Bauzustandes zum langfristigen Bestehen unbedingt erhalten werden muss, diesbezüglich für 1987/88 eine Verschönerung der Fassade erfolgte. Im Februar 1988 informiert Stadtbaudirektor John die Bürger vom Abriss der Nr. 14, 15, 16 und beteuerte, dass die ‘Münze’ als Kopiebau mit der Gaststätte nach historischen Vorbild wieder entstehe. Der Bebauungsplan des VEB Wohnungsbaukombinat Cottbus berücksichtigte betreffende Auflagen für diesen historischen Standort. Die heutige Bebauung entspricht in keiner Weise dem historischen Quartier neben Stadtmauer, Münzturm, Schlossturm und Tuchmacherbrunnen!
So bleiben nur noch Erinnerungen an Cottbuser Denkmale, die durch verbliebene Nachweise überliefert werden können. Historische Daten der ‘Münze’: Brotbank, Tabakspinnerei, betreffs Sandower Tor: im Hof der Stall für die Pferde der Händler, Gaststättenbetrieb – Braurecht elf Biere, Radfahrerstation, Treffen des Schützenvereins, der Freiwilligen Feuerwehr, die zum 35. Jahrestag 1930 dem Gastwirt Karl Paul das Ehrendiplom als Ehrenmitglied überreichte usw.“
Über die „Münze“ weiß auch Susanne Haupt Bescheid: „Dieses Foto zeigt die Gleis- bzw. Straßenbauarbeiten in den 1980er-Jahren in der Sandower Straße. Gut zu erkennen am Ende der Häuserzeile links im Bild, Ecke Münzstraße, ist das imposante barocke Gebäude, in dem sich die Gaststätte ‘Zur Münze’ befand. Dieses Grundstück wurde trotz verzweifelten Widerstandes der letzten Besitzer und Betreiber der Gaststätte noch kurz vor der Wende abgerissen. Im Hintergrund, durch Bäume verdeckt, ist das Dach der Gewerblichen Berufsschule zu sehen. Rechts im Bild ist noch ein Teil des Turmes mit den Stadtmauerteilen erkennbar, die an ein Sandower Tor erinnern, das es an dieser Stelle bis 1823 gab. Neben den Resten der alten Stadtmauer befindet sich der 1937 von dem Hamburger Bildhauer Richard Kuöhl geschaffene Tuchmacherbrunnen, ein harmonisches Kunstwerk, das einen leider fast untergegangenen Berufsstand in unserer Region würdigt.“
Die richtige Lösung kannten auch  Janet Harnath, Charlotte Rüssel,  Kerstin Koch, Klaus Jung, Diethard Schulz, Reinhard Borrmann, Horst Hauptmann, Jörg Wittich, Christoph Steffens, Dr. Klaus-G. Thiemann und zahlreise weitere Leser. Vielen Dank allen fleißigen Schreibern.


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