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Beten in Mitte

26. Mai 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Nein, hat der Papst am Mittwoch zu seinem amerikanischen Gast gesagt, wir sind nicht eingemauert in einer Glaubensburg, sondern offen für alle Gespräche. Ein bisschen Polemik muss sein bei aller Ökumene – auch im Reformationsjahr.
An „Ein feste Burg ist unser Gott“, die evangelische Hymne der „Wittenberger Nachtigall“, mag Franziskus gedacht haben bei diesem Bild, und natürlich haben beide Recht. „Du siehst mich!“ könnten sich Luther und Franziskus zurufen, das Motto dieses Kirchentages in Wittenberg und Berlin, des 56. Kirchentages schon. Er wird mit Gebet, Predigt, Gesang, Konzerten und gewiss so mancher freundlichen Debatte in der Lutherstadt und in Deutschlands bunter, weltoffener Hauptstadt gefeiert.
Christen und Nichtchristen schauen in dieser Woche auf diese Hauptstadt, auf Merkel und Obama, auch auf ein Pokalendspiel im Fußball und auf eine einzigartige Organisation, die hoffentlich all das Schöne friedlich bleiben lässt.
Beten in Berlin Mitte. Vor dem Reichstag, am Brandenburger Tor, auf all den herrlichen Straßen und Plätzen, die sich kaum noch an düstere Zeiten der Teilung erinnern. Und doch will dieses „Du siehst mich“ auch dazu auffordern, die Blicke ja nicht wieder abzuwenden von den Interessen und dem Antlitz des anderen. Auch des Andersartigen oder des anders Glaubenden. In der Stadt der überwundenen Teilung wird bis zu diesem Sonntag und sicher auch darüber hinaus gebetet für das Überwinden von Teilung. Auch wir hier in der Lausitz tun das, wenn uns Gebet gegeben ist, oder reichen uns die Hand, wenn wir nicht glauben. Solch ein Kirchentagsflair kann für alle immer Burgmauern überwinden helfen.


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