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Cottbus: Einige der Bäume stehen noch

26. Mai 2017 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus | | Teilen

Richtig war Antwort A – die Dresdener Straße

Leser erinnern sich an die Dresdener Straße in früherer Zeit.

 

Viele Leser haben die Antwort zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehört auch Jürgen Gehlert. Er schreibt: „Es handelt sich um die Lösung ‘Dresdener Straße’. Die  Aufnahme stammt aus dem Cottbus vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Straßenbahn verlief auf dieser Seite eingleisig. Etwa in den 1950er-Jahren erfolgte eine Verlegung in die hier noch vollständige Baumreihe, wohl erst eingleisig und dann zweigleisig. Meine Großeltern haben schon damals in dem Haus mit den beiden vorgezogenen Erkern, Dresdener Str. 131 a (später Straße der Jugend 131 a, rechter Balkon, drittes Obergeschoss, gewohnt. Ich habe als Kind mit meinen Eltern von 1961 bis 1972 im zweiten Obergeschoss  links gewohnt. Nach meiner Heirat habe ich dann mit meiner Frau sowie gemeinsam mit meiner Oma in der zuerst genannten Wohnung im dritten Obergeschoss gewohnt. Wohnungen waren damals bekannterweise auch Mangelware. Im Jahr 1976 kam es zum Abriss des Gebäudes im Zusammenhang mit dem Bau des Stadtringes. Das Haus gehörte dem Ehepaar Heymann, das im ersten Obergeschoss links wohnte. Mitte der 70er-Jahre ging das Haus nach dem Ableben der verbliebenden Frau Heymann ins Volkseigentum über und wurde durch die Märkische Grundstückszentrale verwaltet. Im Erdgeschoss war vor dem Krieg und danach das Fotogeschäft Lucia,  später Müller, untergebracht. Die Inhaber des Fotogeschäftes wohnten im dritten Obergeschoss links. Das Geschäft wurde Mitte der 60er-Jahre von Frau Mahrla übernommen. Letztere ist im April 2017 verstorben. Im zuvor etwas zurückgesetzten Gebäude befand sich im Erdgeschoss die Gaststätte ‘Stadt Leipzig’. Nach Geschäftsaufgabe war dort der Hort der Weinbergschule untergebracht. Im Gebäude nach der 131a, ebenfalls mit Erker, befanden sich im Erdgeschoss die Drogerie Thereran, später dann zu DDR- Zeiten zeitweise ein Spielwarengeschäft, sowie im zweiten Obergeschoss der Zahnarzt Weichert oder Weickert. In der nachfolgenden erkennbaren Lücke waren zurückgesetzt die Einfahrt zu der im Hinterhof befindlichen Kohlenhandlung Orschel sowie rechts ein Kioskgebäude, zeitweise Zeitschriftenhandel, und dahinter die  Wohnungsverwaltung Süd des VEB Gebäudewirtschaft Cottbus. Im darauf folgenden Wohngebäude war ein Konsum Glaswarengeschäft.“
Wolfgang Bauch merkt an: „Das Bild ist wirklich eine anspruchsvolle Aufgabe, ein schönes altes Foto ohnehin. Als Anhaltspunkt für die Lösung diente mir das auf der Aufnahme nicht zu übersehende Straßenbahngleis. Relativ leicht ausschließen lässt sich die Thiemstraße, weil das Krankenhaus erst 1944/45 an das Straßenbahnnetz angeschlossen wurde, die Aufnahme aber eindeutig älteren Datums ist. Auch von der Bauart der Häuser her kämen also noch die Bahnhofstraße und die Dresdener Straße in Betracht. Beim Stöbern im Internet findet man alte Postkarten, die bei der Lösung weiterhelfen. Zwar war die Bahnhofstraße ebenfalls mit zwei Baumreihen bepflanzt worden, wie es im Rahmen der jüngsten Umgestaltung wieder nachempfunden worden ist. Jedoch verliefen die Gleise in der Bahnhofstraße zwischen den Baumreihen, in der Dresdener Straße wie auf dem Rätselbild auf einer Fahrbahnseite. Dass die Dresdener Straße vormals ebenfalls mit Bäumen bepflanzt war, wusste ich bisher nicht. Die Straßenbahn fuhr bereits im Jahr 1903 durch die Dresdener Straße bis zum sogenannten Alten Friedhof, der 1898 endgültig geschlossen worden war. Das Gelände ist heute eher als ehemalige Barackenstadt bekannt und derzeit ungenutzt und nicht zugänglich. Wenn, wie von mir vermutet, Antwort C richtig ist, so dürfte es die Häuser wohl heute nicht mehr geben. Ich habe sie jedenfalls in keiner der drei als Lösungsmöglichkeit vorgeschlagenen Straßen gefunden.“
Renate Brinke schreibt: „Meiner Meinung nach ist Antwort C, Dresdener Straße, richtig. Der Fotograf steht mit dem Rücken zu der Parkanlage, die in der vorigen Woche gefragt war. Zurzeit es Fotos war sie noch etwas größer, und heute ist sie fast ganz verschwunden. Der Blick ist in Richtung Stadt gerichtet. Rechts führen schon Straßenbahngleise nach Madlow, und links hinter den Bäumen geht es in die Drebkauer Straße, die weiter in  Richtung Sachsendorf führte. Das Haus mit dem Doppelgiebel links ist leider im Krieg zerstört worden. Auch auf der rechten Seite fehlen inzwischen einige Gebäude. In der Mitte der Straße ist zwischen den Bäumen eine Art Sommerweg zu erkennen. Hier ist inzwischen die Straßenbahntrasse, aber einen Teil der Bäume gibt es noch.“


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