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Das Wandbild in Guben wurde zerstört

7. Juli 2017 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Guben | | Teilen

In unserer letzten Ausgabe hatten wir die Lohmühlenweg/ Frankfurter Straße im Gubener Stadtzentrum gesucht

Leser erinnern sich an die Lohmühlengasse im Zentrum von Guben.

Mehrere Leser haben die richtige Lösung zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehört auch Bärbel Koschack. Sie schreibt folgendes: „Das Foto zeigt einen Blick aus Richtung Winkelstraße auf den Lohmühlenweg und die Frankfurter Straße. Geradeaus fällt der Blick auf einen Teil des Wohnhauses Frankfurter Straße 19. Die Aufnahme stammt aus DDR Zeiten. Omas Balkon im ersten Stock hat noch die Glasverkleidung. Die Renovierung der Fassade erfolgte erst nach der Wende. Sie wohnte seit dem Jahr 1962 in diesem Haus, das einen Eingang zwischen dem Kaufhaus ‘Elite’ und dem damaligen Lederwarengeschäft hatte (heute Uhren Worbs). Dieser Eingang wurde nach der Wende zugemauert, und ein Sparkassenraum mit Geldautomat entstand darin. Nach der Umgestaltung der Frankfurter Straße um 2003 wurde die Straßenführung auch des Lohmühlenweges verändert. Dieser hat heute Parktaschen und einen Parkplatz. Das Bild an der Fassade links war zur Zeit seiner Entstehung (ca. 1984) ein echter Hingucker. Es verschönte die Giebelwand des Hauses Nr. 30 der Frankfurter Straße. Die Malerin Sigrid Noack, die seit 1973 in Guben tätig ist, hatte einige interessierte junge Menschen an die Malerei herangeführt. Sie entwarf dieses Motiv, welches dann als Wandbild in Gemeinschaftsarbeit ihres Malzirkels entstand. Der Titel war ‘Alles fliegt’. Man sieht den Mond, die Sonne und Wolken. Dazu einen Drachen, einen Fallschirm, ein Motorflugzeug sowie mehrere Störche und Vögel. Es war sehr schön gestaltet. Ich selbst kenne Wolfram Sulek, der an dieser Arbeit beteiligt war – ihn hatte das Malen begeistert. Im Zuge der Umgestaltung der Frankfurter Straße wurden die Reste des Wandbildes entfernt, weil es im Laufe der Zeit verwittert war. Im ehemaligen Kaufhaus sind heute NKD und ein Bioladen. In diesem war viele Jahre der Heron-Buchladen. Den Otto-Shop mit Poststelle gibt es noch, ebenso Uhren Worbs.
Horst Wetzel merkt an: „Acht von zehn Kunstwerken von Sigrid Noack wurden in ihrer Heimatstadt der Zerstörung preisgegeben. Das große Wandbild zum Fliegen ist eines davon! Eigentlich schade!“
Gabriele Unger schreibt: „Mit großer Freude erkenne ich hier den Lohmühlenweg: links das Wandbild von Sigrid Noack in der damaligen Str. der Freundschaft – während des Krieges auch mal A.-Hitler-Str. – geradeaus ehemals Modehaus ‘Elite’, Schuster Stops (bis ca. 1975) und der Schmuckladen (bevor es Maschenmode wurde) rechts. Ich möchte aber etwas über den Lohmühlenweg berichten. Ursprünglich bestand er aus nur drei Häusern, Nr. 1 – 3, direkt entlang der Neiße. Ich selbst bin in der Nr. 3 aufgewachsen, unten wohnte Fräulein König, in der Mitte Frau Kaiser mit ihrer Mutter (sie führten damals das gleichnamige Modegeschäft in der Str. der Freundschaft) und oben wir. Die Häuser wurden 1972 abgerissen um den Neubau des zweispurigen Grenzübergangs zu ermöglichen.“


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