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Ein junger Cottbuser überzeugt als bester Sänger Deutschlands

7. Juli 2017 | Von | Kategorie: Cottbus | | Teilen

Er hört gern Popmusik und ist in Cottbus Kampfsport-Nachwuchstrainer. Ye June Park überzeugt mit einem unbeschwerten Gemüt und vor allem mit einer außergewöhnlichen Stimme. Bei „Jugend musiziert“ war sich die Jury in Paderborn einig, dass er der beste Sänger im Land ist. Für den 18-Jährigen ist dies ein Ansporn Foto: Mathias Klinkmüller

Ye June Park (18) begeistert Jury beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“.

Cottbus (mk). Hinter ihm sitzt das Philharmonische Staatsorchester Cottbus. Vor ihm das gespannte Publikum. Acht Scheinwerfer blenden seine Augen. Die Lackschuhe glänzen. Der schwarze Anzug sitzt perfekt. Ohne eine Miene zu verziehen, blinzelt er leicht nickend dem 1. Kapellmeister Ivo Hentschel zu: Es kann losgehen. Ye June Park beginnt zu singen. „Dove sei, amato bene“, heißt die Georg Friedrich Händel-Arie aus der Oper „Rodelinda“. Jeder Ton sitzt. Von Anspannung keine Spur. Der Blick ist starr nach vorn gerichtet. Lediglich seine Lippen und Augenbrauen bewegen sich.
Der 18-Jährige weiß genau, welche Körperhaltung zu welchem Lied wirkt. Die Performance, wie er sagt, ist ihm wichtig. Nach drei Minuten ist alles vorbei. Großer Beifall im Großen Haus des Staatstheaters. Ivo Hentschel schüttelt dem Sänger gratulierend die Hände. Zum Konzert Junger Künstler am 30. Juni hat der Kapellmeister im Konservatorium Cottbus vorsingen lassen und sich das Talent herausgepickt. Wohlwissend, dass dies sein letzter Auftritt als Dirigent in Cottbus sein wird. Er wechselt an die Komische Oper Berlin.
Mit einer weißen Rose in der Hand verlässt Ye June Park die Theaterbühne. Zwei Tage zuvor hatte er hier noch „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani gesungen, als die Schüler des Ludwig-Leichhardt-Gymnasiums feierlich ihre Zeugnisse erhielten. Ob Klassik oder Pop – der Sänger mit südkoreanischen Wurzeln will sich nicht festlegen. Er hat Spaß, zwischen den Genres hin und her zu springen. Die Klassik ist für ihn die Basis. Obwohl sein Vater Ji Won Park Opernsänger im Staatstheater ist, beginnt er mit dem Gesangsunterricht im Konservatorium erst vor zwei Jahren. Zuvor hatte er das Klavierspielen erlernt. Anfang Juni lässt er beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Paderborn alle Konkurrenten hinter sich.
Sänger wie Adele und Bruno Mars, erzählt er, haben ihn inspiriert zu singen. Auch sein christlicher Glaube spielt beim Singen eine große Rolle. Auf der Karriere-Bremse steht er selbst. Im evangelischen Gymnasium möchte er kommendes Jahr erst sein Abitur in der Tasche haben.
Berufswünsche: Management oder irgendetwas mit Psychologie. Wie es mit der Musik weiter geht, weiß er nicht. Den Cottbuser Sänger Alexander Knappe würde er gern kennenlernen.
Wenn er ein Ziel vor Augen hat, ist er ehrgeizig. So hat er bereits 2016 beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen. Danach war ihm klar, dass er es besser kann. Der 1. Platz in diesem Jahr bestätigt sein Gefühl. Von der Bariton-Stimme und vom Temperament, welches sich in höheren Lagen entfaltet, ist die Jury begeistert. Durch die Experten erfährt der Cottbuser, dass er eigentlich ein sehr
dunkler Tenor ist. Sie raten ihm, sich mit dieser Stimmlage intensiver zu beschäftigen. Genau dies macht der 18-Jährige nun im Cottbuser Konservatorium.


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