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Wir lassen es krachen

18. August 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Fast immer, wenn es gemütlich wird an lauen Sommerabenden im Garten oder auf dem Balkon, die Sonne nur noch sanftes Dämmern hinterlässt, beginnt es zu krachen. Irgendwo in der Nachbarschaft ist Kindergeburtstag, Polterabend oder eine lautstarke Verlobung. Ohne Feuerwerk geht heute (fast) gar nichts mehr.
Wir lassen es gerne krachen. Lärm wird nicht, wie noch bei Wilhelm Busch, als störend, sondern als kraftvoller Ausdruck von Lebensfreude empfunden. Abgesehen von einigen Fan-Idioten in Fußballstadien liegt die Zündel-Lust ja meist in guten Händen. Die Böller sollen überraschen, sollen uns das Staunen in Erinnerung bringen, das uns im Alltag leider abhanden gekommen ist.
Staunen wir also drauf los auch an diesem Wochenende im Cottbuser Spreeauenpark oder am Senftenberger See oder auf einem anderen Park- oder Familienfest. Auch in Ströbitz wird laut gefeiert und bunt. Hier wie überall sind solche Partys in den letzten Jahren weltoffener geworden. Die Jungs aus Syrien und manchen dunklen afrikanischen Ecken helfen nämlich nicht nur beim Frühjahrsputz und schießen Tore für Wacker, sondern sie feiern auch mit. Ähnlich war das letztes Wochenende in Peitz und in Spremberg, und so wird es auch dieses Wochenende am Senftenberger See oder irgendwann in Lauchhammer, Forst oder Guben sein. Lebensfreude pur in dunkler Nacht und erstaunliches Krachen. Und – mit Verlaub – wenn sich bei soviel Getümmel dann mal ein paar Halbstarke kloppen, dürfte das, auch wenn mal ein Schwarzer verwickelt ist, in den allerseltensten Fällen ausländerfeindlich sein. Lassen wir die Kirche im Dorf. Wie sagte einst unser ABV: Wir waren doch alle mal jung.


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Ein Kommentar auf "Wir lassen es krachen"

  1. Ulli Reimann sagt:

    ……..auch hier natürlich keine Spur von Umdenken. Wir wählen Merkel, wie immer, wir tanken Diesel, wie immer,
    wir ballern Feuerwerke, wie immer, wir lassen den Gedanken gar nicht zu, dass ein mittleres Dorffestfeurwerk
    so viel Staub und CO2 in die Luft bläst, dass es für einen Monat die Einsparungen wettmacht, die in
    Berlin die Umweltzone in der Innenstadt einbringt. Toll !
    Mit den Ballerladungen zu Silvester kann Schwarze Pumpe 2 1/2 Jahre Braunkohlestrom mit moderner Reinigungstechnik
    erzeugen ! Sind wie nicht hochmoderne Umweltheuchler allein auf diesem Gebiet ?
    H. Ullrich Reimann
    Ing. f. Umwelttechnik
    Cottbus

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