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Döbern: Die Tradition lebt weiter

15. September 2017 | Von | Kategorie: Forst & Döbern | | Teilen

Faszinierende Momente, wenn innerhalb weniger Sekunden echte Unikate entstehen, sind beim Fest der Glasarbeiter wieder bei den den Rundgängen durch die Hütte und beim Glasschleifen zu erleben. Foto: Jens Kurze

150 Jahre Glasproduktion in Döbern – nicht nur die Glasarbeiter feiern.

Döbern (jk). Wer von „Döberner Glas“ hört denkt unwillkürlich an die beliebten und begehrten Farbrömer. Bereits seit 150 Jahren wird in Döbern Glas produziert. Die Gebrüder Hirsch errichteten hier im Jahre 1867 die erste Glashütte und gelten somit als die Begründer der Glasindustrie in Döbern. Später trennten sich die vier Brüder und errichteten eigene Glashütten. Die für Döbern bedeutsamen „Glashüttenwerke Fettke & Ziegler“ wurden 1892 gegründet. Eine übergroße Bronzefigur von Gustav Adolf Hermann Fettke ist übrigens noch heute vor Ort am Werk zu besichtigen. Am 17. April 1948 werden die „Glashüttenwerke Fettke & Ziegler“ enteignet. Auf ihrer Basis entstand im Laufe der folgenden Jahre der „Volkseigene Betrieb Glaswerk Döbern“. Seit 1951 lag der Fokus auf der Herstellung von Bleikristall, das eine höchstmögliche Transparenz und eine optimale Lichtbrechung ermöglichte. Nicht umsonst waren die hochwertig geschliffenen Döberner Bleikristallwaren sehr geschätzt, und besonders die Farbrömer hatten eine Zeitlang den Stellenwert einer „Tauschwährung“. Im Jahre 1968 wurde das neue Glaswerk in der Ringstraße in Betrieb genommen und somit Döberns Glasindustrie unter einem Dach vereint. Zum ersten Mal gab es übrigens im gleichen Jahr auch das „Fest der Glasarbeiter“.
Nach der Wende und dem Wechsel des Eigentümers trat das traditionsreiche Unternehmen im Jahr 1994 unter der Bezeichnung „Glashütte Döbern GmbH“ auf, Ab 2004 wurde es durch den nun schon verstorbenen Siegfried Zabel weitergeführt. Lutz Stache übernahm das Werk im Jahre 2009. Unter dem Namen Cristalica Döbern GmbH werden nun pro Tag mehrere Tonnen sogenannte „Glasnuggets“ produziert und als Rohstoff für die weitere Glasbearbeitung exportiert. Mit einer Tageskapazität von mehreren Hundert Kilo entstehen momentan zusätzlich Glaskugeln mit Keramik
inlet sowie weitere Freiform und Presserzeugnisse in kleinen Serien für verschiedene Kunden.
Neben den Glasprodukten werden aber auch personalisierte Fanartikel für Vereine, Sportler, Künstler und Sportbekleidung herstellt. Über 2000 verschiedene Artikel können mit mehr als 20 Veredlungstechniken individuell bedruckt und verarbeitet werden – egal, ob Stoffe, Fliesen oder Spiegelglas die zu bearbeitenden Ausgangsmaterialien sind. Vor wenigen Monaten wurde das neue Glasarbeitermuseum im Produktionswerk gemeinsam von Geschäftsführer Lutz Stache und dem Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze eröffnet. Hier können sich die Besucher auch während des Glasmacherfestes am 23. September über die Geschichte des Standortes und die verschiedenen Produktionsverfahren informieren.


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