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Lausitzer sorgen für einen Denkzettel

29. September 2017 | Von | Kategorie: Region, Top-Themen | | Teilen

Ihre Zweitstimmen haben die Bürger aus Cottbus und Spree-
Neiße mit 26,8 Prozent an die Alternative für Deutschland (AfD) vergeben. Damit siegt hier die AfD vor der CDU, der Linkspartei und der SPD. Die FDP erhielt 7,6 Prozent. In Heinersbrück (SPN) wählten sogar 40,4 Prozent die AfD
Quelle: Bundeswahlleiter.de. Grafik: MB

Viele Wähler der Region strafen etablierte Parteien bei der Bundestagswahl ab.

Region (mk). Die Energiewende und der damit verbundene beschleunigte Strukturwandel waren für viele Direktkandidaten der Lausitz das wichtigste Wahlkampfthema in diesem Jahr. Als Wahlsieger der Region ging mit der Alternative für Deutschland eine Partei als Sieger hervor, die mit diesen Themen nur am Rande verbunden wird. Für viele Lausitzer war bei dieser Bundestagswahl ganz offensichtlich die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung das Thema, welches unter den Nägeln brannte. Arg gerupft gehen also die etablierten Parteien aus der Wahl hervor. In den beiden Wahlkreisen der Heimatzeitung sind die im Land
regierenden Sozialdemokraten gänzlich vom bildlichen Siegerpodest runtergefallen und müssen sich mit Platz vier in der Wählergunst begnügen. Zumindest behaupten konnten die Christdemokraten ihre beiden Direkt- mandate. So ziehen Dr. Klaus-Peter Schulze (28,4 Prozent) aus Spremberg für den Wahlkreis Cottbus-Spree-Neiße und Michael Stübgen aus Lauchhammer für den Wahlkreis Elbe-Elster Oberspreewald-Lausitz für eine weitere Legislaturperiode in den Bundestag ein. Ebenfalls eine Lausitzer Stimme im Bundestag haben durch die Landeslisten Ulrich Freese (SPD) aus Spremberg und Martin Neumann (FDP) aus Vetschau. Die Alternative für Deutschland ging auch in vielen Lausitzer Städten wie Cottbus Forst, Guben, Schwarzheide, Senftenberg, Spremberg oder Lauchhammer als stärkste Kraft hervor. Erfreulich ist die hohe Wahlbeteiligung. In den beiden genannten Wahlkreisen setzten über 73 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuze. Gegenüber der Bundestagwahl 2013 ist das ein Plus von mehr als sechs Prozent. Die Grünen konnten nur wenig punkten. Im Wahlkreis 64 kamen sie auf 3,1 und im Wahlkreis 65 auf 2,6 Prozent. Was eine mögliche Regierungsbeteiligung der Grünen für das Lausitzer Braunkohlerevier bedeuten könnte, wird in den kommenden Wochen ein Thema in der Region sein.

 

Bürgermeisterwahlen

 

Ebenso spannend wie die Wahl des Bundestages war auch der Kampf um die Rathausspitze in Kolkwitz, Vetschau und Groß-räschen. In der Großgemeinde entschied bereits im ersten Wahlgang der gelernte Schuhmacher Karsten Schreiber (SPD) die Wahl für sich. Mit 51,9 Prozent der Stimmen wird er Fritz Handrow (CDU) im Kolkwitzer Rathaus beerben. Der unterlegene Torsten Schwieg kam auf 48,1 Prozent der Stimmen, sodass Spannung bis zum letzten ausgezählten Wahlzettel in der Luft lag. Stolz können die Kolkwitzer vor allem auf die überragende Wahlbeteiligung sein. 83 Prozent der Gemeindebewohner nutzten ihre demokratische Einflussmöglichkeit. In Vetschau hingegen setzten 73 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuze. Am 8. Oktober kommt es hier zur Stichwahl zwischen dem amtierenden Bürgermeister Bengt Kanzler (CDU) mit 45,9 Prozent der Stimmen und Uwe Jeschke (SPD) mit
36,8 Prozent der Stimmen.
Stefan Schön von den Grünen kam auf 17,4 Prozent.
In Großräschen ging der Amtsinhaber Thomas Zänker als Sieger hervor. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.


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