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Drei plus sieben

6. Oktober 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de

Man mag sie Feiertage nennen oder nicht: In dieser Woche treffen sich zwei deutsche Geschichtsdaten. Der 3. Oktober wurde vielerorts ganz ähnlich begangen, wie seinerzeit der 7. Oktober, als der ein DDR-Feiertag war – mit Drachensteigen, kleinen oder größeren Wohngebietsfesten und in Cottbus dem Lausitzer Herbstmarkt, der übrigens eine Erfindung der HO (Handels-Organisation) war und nicht erst der 20. ist, wie die Neuanfänger meinen.
Drei plus sieben also. Zweimal deutsches Gedenken in dieser Woche.
Am Dienstag lief im Ersten Fernsehen eine Komödie zum Thema, die weinerlich das zeigte, was Fernsehgeldgeber heute von den Produzenten erwarten. Dreck-dämlichen Trottel-Alltag zwischen maroden, geschmacklosen Betonplatten. Elend, aus dem es nur einen Ausweg gab: Flucht. Es finden sich unter unseren älteren Lesern vermutlich nur sehr wenige, die sich solcher trüben Bilder erinnern. Es gab sie nämlich kaum. Vielmehr pflegten die Leute mit Eifer ihre Wohnbezirke, harkten das Laub und feierten gemeinsam, wo immer sich ein Plätzchen fand.
Drei plus sieben. Es hat wenig Zweck, die Daten gegeneinander auszuspielen. Genau das steigert sonst den Zorn, der montags in Dresden wandern geht und der die Wähler jüngst so aufgerüttelt hat.
Die Komödie, die nur zu einer Farce geriet, schloss mit einem Honecker-Plakat, mit dem Kinder nichts anfangen konnten. Das ist Gott sei Dank so. Aber Deutschland-Ost von 1949 bis 1989 gehört nicht Honecker. Es ist die Zeit unseres Fleißes und des ehrlichen Mühens und frohen Feierns mit unserer Nachbarn.
Diesen Sonnabend wird sich der eine oder andere sein Bild aufrufen.


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