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Majestätisch: die Wunderwelt der Fjorde

13. Oktober 2017 | Von | Kategorie: Reise | | Teilen

Drei oder sieben Schwestern?
Rätsel der Geirangerfälle

Das idyllische und auch quirlige Bergen bleibt hinter uns. Wir steuern nach Nord. Mit einem unternehmungsfrohen Lotsen an Bord schippern wir durch die Inselwelt. Diese Passagen gehören nicht zu den Touren der großen Pötte, auch Hurtigrouten-Postschiffe fahren teils andere Wege. Der Lotse ist begeistert von der Freizügigkeit auf der Brücke. „Das nenn’ ich Norwegen entdecken“, freut er sich.
Die Hänge sind saftig grün, Felsköpfe bleiben noch im Hintergrund. Immer wieder lockern einzelne farbige Häuschen das Landschaftsbild auf. Bisweilen verengen sich unsere Wasserstraßen auf 100 Meter Breite, aber schließlich wächst das Gebirge um uns auf. Wir erreichen den Storfjord, dann in weitem Bogen den Sunnylvsfjord. Wir haben Glück: Strahlend blauer Himmel läßt weiße Wolken strahlen und silberne Gischt der Wasserfälle vor pechschwarzen Felsen und sattem Grün funkeln. Welch ein Spiel der Farben in großartigen Landschaftsräumen!
Wir haben, etwa 100 Kilomenter von der Küste entfernt, den Geirangerfjord erreicht, UNESCOWeltkulturerbe seit 2015. Es fühlt sich an, als seien wir in den bayrischen Alpen und in der Adria zugleich. Klares, wegen des Golfstroms auch gar nicht so kaltes Meer und zugleich Hochgebirge! Die nahezu senkrechten Felsen reichen 500 Meter in die Tiefe und bis zu 1 400 Meter in den Himmel. Die Wasserfälle,die hier hunderte Meter frei stürzen, sind kaum zu zählen. Schmale, dann kaskadenförmige oder nur schleierhaft hingehauchte. Als Attraktion gelten die „Sieben Schwestern“, eigentlich drei kräftige Fälle, die sich auch als sieben Einzelstrahlen zählen lassen. Aus tausend Meter Höhe donnern sie zu Tal, Abschnitte von 300 Metern Höhe frei fallend. Gegenüber donnert ein breiter Fall aus ähnlicher Höhe. Norweger lieben Romanzen und nennen ihn „Freier“. Alle Schwestern hätte der am liebsten, doch keine bekommt er, und so greift er aus Kummer zur Flasche. Der Wasserfall teilt sich auf halber Höhe, gibt ein Felsgebilde in Flaschenform zwischen beiden Sturzbeinen frei. Wer sie hört, diese Mär, schmunzelt ein wenig.
Geiranger hat nur Bootsstege. Für die schwimmenden TUI-Hochhäuser liegen Landgang-Pisten aus Blech bereit; wir tendern zum Ort und entfliehen gleich seinem Trubel. Per Fahrrad diese „Alpen“ zu erklimmen, in die Weite der Hoch-Almen, Gletscher und nach unten in den Fjord zu schauen, sorgt für Adrinalinschübe. Aber Vorsicht! Die Talfahrt braucht Bremsgefühl.
Nächste Folge:
Nordcap im Nebel


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