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Hundert Millionen

27. Oktober 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de

Glückspilze aus dem Spree-Neiße-Kreis haben 13 Millionen Euro im Lotto gewonnen. 13 Millionen! Welch rieisige Summe. Aber auch das Geld gibt sich aus.
Das lässt uns ahnen, dass sich die Summen mit den vielen Nullen relativieren lassen. Für Menschen, die den Cent umdrehen müssen, bleiben derartige Geldmengen ohnehin bedeutungslose Theorie. Hingegen: Für eine ganze Region, in der, grob genommen, 500 000 Menschen wohnen, sind hundert Millionen Euro gar nicht allzu viel. Es kommen gerade mal 1 000 Euro auf jede Person, ein Lotto -Dreier, und das ist für ein langes Jahr wirklich nicht üppig.
Es wäre eine Menge, wenn es „arbeitendes Geld“ wäre. Die tatsächliche Wertschöpfung, die gegenwärtig aus unserer Braunkohle erzielt und auf die direkt und indirekt Beschäftigten verteilt wird, liegt um ein Vielfaches höher. Und sie findet immer neu statt, ohne gnädigen Zuschuss von außen.
Das nämlich ist das Problem bei den 100 Millionen Euro pro Jahr, die Volkswirt Rainer Baake, noch Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministertium, der Jameika-Kuschelei ins Nest legen möchte. Hundert Millionen jährlich will er in die Lausitz schicken, die dafür ihre Wirtschaft lahm legen soll. Dafür, so hat der SPIEGEL recherchiert, hat der Grüne Baake, der aus dem Hintergrund wirkt, jetzt seine „schnelle Eingreiftruppe“ namens „Agora Energiewende“ mobilisiert. Die will mit „knackig formulierten Thesen“ und etwas Kleingeld die gebeuteltste Region im Osten der Republik gefügig machen.
Nun ja. Hundert Millionen klingt nach viel. Aber es bleibt eben ein Köder. Und was dem Fisch passiert, der erst gebissen hat, das wissen ganz sicher nicht nur die Angler.


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