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Weißwasser: Wasser für den Naturschutzsee

27. Oktober 2017 | Von | Kategorie: Region | | Teilen

An dieser Stelle im Tagebau Nochten soll der Hermannsdorfer See entstehen Foto: LEAG

Südlich von Weißwasser baut die LEAG ein künstliches Gewässer.

Weißwasser (trz). Ist ein Tagebau ausgekohlt, wird in der Regel das übrig gebliebene Loch saniert und geflutet. Ein Beispiel ist der Cottbuser Ostsee, in den ab Ende 2018 das erste Wasser fließen soll. Anders dagegen im Tagebau Nochten südlich von Weißwasser: Auf der dortigen Innenkippe legt die LEAG einen künstlichen, abgedichteten See an. Noch im Winter 2017/2018 soll das erste Wasser eingeleitet werden, informiert Dr. Thomas Koch, Leiter Geohydrologie und Wasserwirtschaft bei der LEAG. Der Hermannsdorfer See, so der Name des neuen Gewässers, werde einmal eine Wasserfläche von rund 215 Hektar, ein Volumen von 24 Millionen Kubikmetern sowie eine Tiefe von maximal 25 Meter umfassen. Zum Vergleich: Der Große Tiergarten im Herzen Berlins bringt es auf 210 Hektar.
Ein Badestrand wird es am Hermannsdorfer See, der nach dem alten Ort Hermannsdorf, heute Stadtteil von Weißwasser, benannt ist, indes nicht geben. Warum, erklärt Dr. Thomas Koch so: „Das Gewässer ist ausschließlich dem Naturschutz vorbehalten. Seine Besiedlung wird durch die Natur selbst erfolgen.“ Mehr noch: Der Hermannsdorfer See präsentiert in der Zukunft ein Einzugsgebiet für mehrere Gräben der Region. Das Wasserregime, so planen es die LEAG-Experten, werde das nicht weit entfernte wertvolle Schutzgebiet „Wälder und Feuchtgebiete bei Weißkeißel“ mit dem lebenswichtigem Nass versorgen. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Denn mit einem Abfluss sei nicht vor dem Jahr 2060 zu rechnen.
Das Wasser für die Flutung des Hermannsdorfer Sees stammt aus aufbereitetem Sümpfungswasser aus der Grubenwasserbehandlungsanlage Tzschelln unweit der Spree. Derzeit schreiten die Arbeiten für das Flutungsgerinne und das erste von insgesamt vier Einlaufbauwerken voran.
Bereits im August gab es vorbereitende Arbeiten für die Herstellung zweier Inseln und einer Halbinsel. Darüber hinaus erfolgte die Installation eines Beobachtungssystems, das die Abdichtung der Gewässersohle überprüft. „So können wir die voraussichtliche Flutungsdauer von fünf bis sieben Jahren sowie die Menge des notwendigen Stützwassers überprüfen und bei Bedarf korrigieren“, sagt Dr. Thomas Koch.

Wer Lust und Laune hat, kann dem künftigen Hermannsdorfer See schon heute einen Besuch abstatten. Denn der Radweg von Weißwasser nach Nochten führt unmittelbar am Ostufer des im Entstehen begriffenen Gewässers vorbei. Allerdings müssen die dort aufgestellten Warnschilder unbedingt beachtet werden.


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