Mittwoch, 22. November 2017 - 06:10 Uhr | Anmelden

Anzeige

Beste Chancen für einen Berufsstart in der Lausitz

10. November 2017 | Von | Kategorie: Top-Themen, Wirtschaft | | Teilen

Die Lausitzer Betriebe suchen mehr denn je nach Auszubildenen. Für den Berufsstart in die Ferne schweifen ist so nicht mehr
nötig Foto: Mathias Klinkmüller

Erstmals gibt es mehr Ausbildungsplätze als Suchende.

Region (mk). Hoffentlich finde ich einen Ausbildungsplatz. Dieser Gedanke spukte bei vielen Schülern noch vor ein paar Jahren im Kopf herum. Heute, so belegen die Zahlen der Handwerkskammer Cottbus, der Industrie-und Handelskammer Cottbus und der Agentur für Arbeut Cottbus sind die Chancen in das Berufsleben zu starten so gut wie selten zuvor.
So stehen im Agenturbezirk Cottbus 3829 Ausbildungsstellen mit Stand September 2017 zur Verfügung. Bewerber gibt es 3625. Mittlerweile gibt es also mehr Bewerber als Stellen. Dies hat zurfolge dass 438 Stellen noch unbesetzt sind. Allerdings haben auch 267 junge Lausitzer keinen Ausbilungsplatz gefunden. „Wir haben beste Ausbildungschancen für Bewerber“, erklärt Marion Richter von der Agentur für Arbeit. Eine riesige Herausforderung ist es, die Mobilität der Auszubildenen im ländlichen Raum zu verbessern, sagt sie. Groß sei auch der Frust vieler Arbeitgeber, die sich vergeblich um Nachwuchs bemühen. So sind 348 Ausbildungsangebote zurückgezogen worden, weil kein passender Bewerber vermittelt werden konnten.
Wie Marion Richter erklärt, verzichten die Betriebe lieber auf eine Ausbildung, wenn der Bewerber nicht den Ansprüchen genügt. Hier wünscht sie sich ein Umdenken und sagt: „Wir müssen überlegen, wie wir mit den jungen Menschen die wir in der Region haben auch arbeiten.“ Die Unterstützung für die Betriebe ist vielfältig und reicht vom Ausbildungsbegleiter über Nachhilfe bishin zu einem Senior-Experten für die Auszubildenen, der aus seiner Lebens-und Berufserfahrung heraus den jungen Berufsstartern mit Rat zurseite stehen soll.
Ab dem kommenden Schuljahr soll bereits ab der 7. Klasse eine Potenzialanalyse eingeführt werden, damit sich die Schüler frühzeitig ihrer Stärken bewusst werden. Das Handwerk im Cottbuser Kammerbezirk freut sich auf 716Auszubildene in diesem Jahr. Das ist eine Steigerung von 5,1 Prozent.
Noch erfreulicher ist hier sogar, dass 93 Betriebe erstmals eigene Nachwuchskräfte ausbilden. Bei der Industrie- und Handelskammer wurden mit 1395 Ausbildungsverträgen acht Prozent weniger unterzeichnet als noch im Vorjahr. Neben der demografischen Entwicklung sei dies auch dem anhaltenden Trend zum Studium geschuldet. „Wir brauchen wieder eine Kultur der Wertschätzung nicht nur gegenüber akademischen, sondern auch gegenüber beruflichen Bildungswegen“, sagt Anke Schuldt, Leiterin des Bereichs Ausbildung der IHK Cottbus. Während die Handwerkskammer auf das Projekt „Gymnasium Plus Handwerk“ setzt, bei der Abiturienten bereits in der Schule einzelne Bausteine der Meisterschule absolvieren können und so schon in Kontakt mit Handwerksunternehmen kommen, will die Industrie-und Handelskammer verstärkt Gymnasien aufsuchen.
Hier soll über attraktive Perspektiven wie Ausblildung plus Aufsteigsfortbildung informiert werden.

 


| Teilen |

Anzeige

Schreibe einen Kommentar


Das könnte Sie auch interessieren