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Senftenberg: Viel los in den „nassen Löchern“

10. November 2017 | Von | Kategorie: Wirtschaft | | Teilen

Mittagspause im schicken Ambiente bei gutem Ausblick genießen öffters die Schauspieler der Neuen Bühne Senftenberg, Christine Berger und Sebastien Volk. Freundlich bedient werden sie hier gerade von Elena Leopold (v.l.n.r). Mittags gibt es den „schnellen Teller“ schon ab 5.50 Euro Foto: Denis Kettlitz

Ein historischer Streifzug über den Jüttendorfer Anger in Senftenberg.

Senftenberg (trz). Senftenberg dürfte in der Lausitz wahrscheinlich jeder kennen. Aber Jüttendorf, Neusorge und Thamm? Diese drei Orte sind längst in der Seestadt aufgegangen. Doch ohne sie wäre Senftenberg ein Stückweit ärmer. Am bekanntesten dürfte der Jüttendorfer Anger sein. Er erstreckt sich westlich der Senftenberger Altstadt.
Der Begriff „Jüttendorf“ stammt laut Ortsnamensforschern vom sorbischen Begriff „Kuten“ ab. Dieser beschreibt „nasse Löcher“. In Senftenberg bestimmte über Jahrhunderte die Schwarze Elster das Leben der Menschen. Aufgrund des spreewaldähnlichen Antlitzes des Flusses dürfte es also zahlreiche „nasse Löcher“ gegeben haben. Und einer von ihnen erhielt eben den Namen „Jüttendorf“. Thamm, auf Sorbisch „Gat“, bezeichnet in der westslawischen Sprache einen Ort am Teich. Das Wort „Thamm“ leitet sich hingegen von „Damm“ ab. Mit diesem dürfte das einstige Ackerbürgerstädtchen Senftenberg vor den Wassermassen der Elster gesichert worden sein.
Erstmals entstieg Jüttendorf anno 1410 aus dem Dunkel der Geschichte. Während des Dreißigjährigen Krieges stark in Mitleidenschaft gezogen, hatten sich die Einwohner in vielfältiger Dienste des einstigen Amtes Senftenberg einzubringen. Am Ostersonntag 2018 (1. April) jährt sich die Eingemeindung Jüttendorfs nach Senftenberg zum 95. Mal. Bereits drei Jahre zuvor waren Thamm und Neusorge im Elsterstädtchen aufgegangen.
Die Grenze zwischen Jüttendorf und Thamm markiert indes der Neue Friedhof. Vor rund einem Jahrzehnt wurde das Ensemble in einen Park umgewandelt. Genauso lange ist es her, dass die Eingangshalle eine Sanierung erfuhr.
Heute präsentiert sich der Jüttendorfer Anger als wunderbar saniertes Kleinod im Herzen von Senftenberg. Mehrere prächtige Bürgerhäuser aus der Zeit der vorvorigen Jahrhundertwende prägen diese Gegend. Zudem gibt es mehrere tüchtige Gewerbetreibende. Neu ist das „Scharnier“ zwischen Jüttendorf und Senftenberg. Denn die alte Drogerie, mit einem Anbau versehen, präsentiert sich seit rund einem Jahr als attraktive gastronomische Einrichtung. Insgesamt sind am Anger 19 Unternehmen beheimatet, darunter sechs Handwerksbetriebe.
Eine Besonderheit des Angers bildet darüber hinaus die dortige Fahrradstraße. Nach Angaben der Stadt hat sich dieses Konzept längst bewährt. Radler fristen in Senftenberg also längst kein Schattendasein, sondern werden durch intelligente Verkehrslösungen sicher über den Anger geführt. Ein Stopp lohnt sich dort allemal, laden doch zahlreiche Geschäfte und weitere Unternehmen ein. Zudem darf gern nach der hölzernen Gänsefamilie geschaut werden, die den Jüttendorfer Anger seit seiner Sanierung ziert. Und wer ein wenig Phantasie besitzt, dürfte sogar das fröhliche Geschnatter vernehmen.


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