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Bessere Strategien für Züge und Autos

20. November 2017 | Von | Kategorie: Region | | Teilen

Landräte berieten auf Schloss Hartenfels (Torgau) über infrastrukturelle Aufgaben, unter anderem die Niederlausitz betreffend. Auf dem Foto von links nach rechts: Uwe Schulze, Thomas Brase, Henry Graichen, Michael Harig, Christian Heinrich-Jaschinski, Kai Emanuel, Heike Zettwitz, Grit Klug, Arndt Steinbach
Foto: Landkreis Nordsachsen

Lausitzer Landräte fordern Ost-West-Straße.

Region (mk) Hans Leister von der Zukunftswerkstatt Schienenverkehr in Berlin hat denLandesnahverkehrsplan 2018 bis 2022 genauer unter die Lupe genommen. Seine Einschätzung über die Brandenburger Verkehrspolitik der vergangenen Jahre fällt verheerend aus.
Das Land habe Entwicklungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) behindert, Wegzug gefördert und Ansiedlung verhindert. Größtes Versäumnis ist es gewesen, steigende Zahlen der Pendler zu vernachlässigen. Durch hohe Mieten und fehlenden Grundstücken in Berlin werde die Pendlerzahl noch mehr steigen. Statt die Regionalisierungsmittel vom Bund für den SPNV komplett für die Schiene zu verwenden, hat Brandenburg das viel weniger getan als andere Bundesländer. Dadurch, so rechnet die Zukunftswerkstatt Schienenverkehr vor, seien dem SPNV und somit den Pendlern seit 2000 weit über eine Milliarde Euro vorenthalten worden.
„Die Verkehrsverbindungen zwischen Brandenburg und Berlin sind wichtig, um Städte für Siedlung und Ansiedlung attraktiv zu machen“, erklärt Hans Leister. Ihm fehlt die Einordnung des Landesverkehrsplanes in den Gesamtkontext der Wirtschaft. Mit dem Zug kommt der Zuzug, wisse die Brandenburger Wohnungswirtschaft, so der Experte weiter.
Für einen Cottbuser, der jeden Tag nach Berlin fährt, summiert sich die tägliche Stehplatzzeit zwischen Berlin und Königs Wusterhausen am Nachmittag über das Jahr auf 100 Stunden. So gäbe es zu wenig Züge und zu wenig Platz in den Zügen für das wachsende Pendleraufkommen. Gefordert wird ein Metropol-Express, der schnell von Cottbus nach Berlin fährt. Für kleinere Bahnhöfe soll eine eigene Linien-Gattung zuständig sein. Auch die Beschränkung der Wagen auf Zügen mit 550 Sitzplätzen sei nicht sinnvoll. Dank selektiver Türöffnung bei Halten mit kurzen Bahnsteigen könnten Züge auch lang sein und 800 Sitzplätze bieten.

 

Neue Straße schaffen

 

Für eine bessere Straßenanbindung machen brandenburger und sächsische Kommunalpoliktiker derzeit Druck auf die Bundesregierung. Landräte aus drei Bundesländern beschäftigten sich dieser Tage mit der Zukunft der Reviere Mitteldeutschland und Lausitz nach dem absehbaren Ende des Braunkohleabbaus (ca. 2030 bis 2050).
In einer gemeinsamen „Torgauer Erklärung“ fordern die Kommunalpolitiker den Bau einer neuen Ost-West-Straßenverbindung, welche die infrastrukturellen Voraussetzungen für wirtschaftliche Neuansiedlungen in den Revieren schafft.
In Anlehnung an die geografische Lage trägt das Projekt den Namen „Milau“. Um die Zukunft der Region zu sichern, fordern dieses Verkehrsprojekt involvierten Landräte eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung, die durch den Ausbau vorhandener Bundes- und Staatsstraßen den Anschluss an das vorhandene Autobahnnetz im Westen und an einen neuen Übergang nach Polen im Osten herstellt. Sie soll parallel zu A 4 und A 14 verlaufen.
Auch die Landkreise Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz unterstützen das Anliegen. Grit Klug, Erste Beigeordnete und stellvertretende Landrätin im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, meint: „Es ist wichtig, vor der Energiewende die Zukunft im Blick zu haben. Die Lausitz ist und bleibt attraktiv für Unternehmensansiedlungen. Intakte Infrastruktur bildet dafür die Voraussetzung.“


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