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Berlin: Große Palast-Show (nicht nur) für kleine Leute

24. November 2017 | Von | Kategorie: Feuilleton | | Teilen

Augen auf und durch! Von der Steinzeit bis in die Zukunft tanzt, singt und turnt „Spiel mit der Zeit“ Foto: Friedrichstadt-Palast

„Spiel mit der Zeit“ hatte am Sonntag im Friedrichstadt-Palast stürmisch bejubelte Weltpremiere.

Berlin. Die große Gala „The One“ (Der Märkische Bote berichtete von der Premiere) läuft und läuft vor ausverkauftem Haus. Dennoch bleibt Luft im Großen Saal des Friedrichstadt-Palast für das jüngste Publikum. Am vergangenen Sonntag war Weltpremiere für die neue Kindershow „Spiel mit der Zeit“. Intendant Dr. Berndt Schmidt hatte die Idee, die temporeiche Zeitreise erstmals ausschließlich von Kindern und Jugendlichen erzählen zu lassen – voller Musik, Tanz, Artistik und turbulentem Spiel.
Es dürfte eine pädagogische Supercrew hinter dem Werk stecken, das da so voller Spontanität und Collness abläuft. Schmidt selbst spricht den Prolog: Das sind Kinder aus christlichen, atheistischen, jüdischen und muslimischen Haushalten, die zusammen Spaß haben und die von den Erwachsenen total ernst genommen werden. Motto: Für Kinder, aber keine Kinderei.
Das Haus reizt alle technischen Finessen aus, und es scheint, als wolle diese Kindershow (Regie: Andreana Clemenz, musikalische Leitung: Valentin Kunert, Kostüme: José Luna, Bühne: Jan Wünsche) dem international bestaunten Kostümfestival von „The One“ nicht nachstehen.
Prächtige Indianer, lustige Mumien, ein zahmer Drache und hunderte andere Geschöpfe füllen die Zeitlöcher, in die drei Protagionisten immer wieder fallen. Lea, Jule und Ben, drei Berliner Gören, haben Null Bock auf die nächste Geschichtsstunde. Ihre Spielkonsole zaubert sie aber, geführt vom wikipediaschlauen Superdog, an genau jene Orte, die als Schulstoff eher langweilen. Und überall herrscht lustvolles Miteinander, sogar zwischen Cowboys und Indianern, in der gespreizten Wiener Hofburg, im Mittelalter und in der keulenschwingenden Steinzeit. Auch in die Zukunft beamt das verwirrte Computerspielzeug. Und wenn unter den Kindern die Erde bebt und glüht, die Blitze im dunklen Raum zucken, die Projektionen toben, dann hat der faszinierte Zuschauer das Gefühl, die Entstehung der Kontinente zu erleben. Alles scheint hier möglich, und die artistischen Einzelleistungen (jungendliche Akrobaten der Schule für Artistik) am Trapez, in Rhönrädern oder mit Diabolos, fließend in die Szenen intergriert, passen genau in dieses Klima der Schwerelosigkeit.
„Spiel mit der Zeit“ eignet sich für Kinder ab fünf. Erwachsene begeistert die Show gleichermaßen. Es gab tosenden Beifall und auch die Promis waren des Lobes voll. Direkt aus New York war sogar die einst kindliche Kaiserin Tami Stronach („Die unendliche Geschichte“) mit Töchterchen Maja angereist. Viele Schauspieler waren mit Kindern oder Enkeln zur Premiere gekommen. Der Friedrichstadt-Palast ist aus der Lausitz ganz prima per Zug zu erreichen. Es lohnt sich!


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