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Cottbus: Meister der Straßen oder Mobilitätscoach werden

24. November 2017 | Von | Kategorie: Job & Karriere | | Teilen

Hervorragende Berufsperspektiven / Verkehrsinstitut Starick bildet auch Fahrlehrer aus.

Cottbus (MB). Über wachsende Fahrschülerzahlen und zusätzliche Aufgaben können Lausitzer Fahrschulen derzeit nicht klagen, allerdings fehlen zunehmend Fahrlehrer. „Viele Fahrschulen in der Lausitz suchen händeringend Nachwuchsfahrer“, sagt Wolfgang Starick vom Verkehrsinstitut Starick mit Standorten in Cottbus, Forst, Spremberg, Guben und Weißwasser.
In einigen Regionen nahm die Zahl der Fahrschüler im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr zu, die Anzahl der Fahrlehrer nahm hingegen in den vergangenen fünf Jahren im zweistelligen Prozentbereich ab. Und das ist ein deutschlandweiter Trend. Wolfgang Starick berichtet: „Am Anfang diesen Jahres gab es in Deutschland 44.610 Fahrlehrer. Etwa 10.000 mehr waren es noch sechs Jahre zuvor“. Die Gründe für den Mangel sind laut Wolfgang Starick, der auch Geschäftsführer vom Interessenverband Deutscher Fahrlehrer ist, vielschichtig. So ist die hohe Altersstruktur der wesentliche Grund. Auch wurden früher viele Fahrlehrer bei der Bundeswehr ausgebildet. Dieser Weg ist fast vollständig weggefallen.
„Die Ausbildung zum Fahrlehrer ist kostenintensiv und die Anforderungen sollten nicht unterschätzt werden“, betont Wolfgang Starick. Aktuell findet eine Reform der Ausbildung statt. Ab dem Jahreswechsel müssen angehende Fahrlehrer künftig keinen zusätzlichen Motorrad- und Lkw-Führerschein mehr besitzen. Auch wird das Mindestalter von 22 auf 21 Jahre gesenkt. Die Dauer der Ausbildung hingegen wird um zwei auf zwölf Monate verlängert. Gründe sind die steigenden Anforderungen an den Fahrlehrer, darunter Elektromobilität, Fahrassistenzsysteme, ökonomisches und autonomes Fahren, aber auch Lernmethoden sind Herausforderungen, die sich Fahrlehrer in Zukunft stellen müssen. Trotz der Reform bleibt die Ausbildung aufwendig und teuer. Zum Start stehen aktuell fünf Monate Theorie mit Pädagogik, Gefahrenlehre und Recht auf dem Stundenplan. Es folgt eine viermonatige Praxiszeit in der ausbildenden Fahrschule. Hier fahren die angehenden Fahrlehrer zuerst nur mit, gegen Ende der Ausbildung übernehmen sie auch eigenständig Stunden.
Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt das Arbeitsamt die Kosten der Ausbildung.Das ist oftmals auch notwendig, denn allein für den Pkw-Bereich belaufen sich die Kosten auf etwa 5.000 Euro. Teilnehmer können auch BAföG beantragen.
Nach erfolgreicher Ausbildung sind die Berufsperspektiven jedoch hervorragend und das Aufgabengebiet äußerst vielschichtig.
„Der vielseitige Beruf eines Fahrlehrers ist im Wandel und in naher Zukunft sprechen wir vielleicht nicht mehr vom Fahrlehrer, sondern vom Mobilitätscoach“, sagt Wolfgang Starick


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