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Salz in der Suppe

24. November 2017 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de

Von Erschrecken kann eigentlich nicht die Rede sein. Deutschland hat gewählt – nur eben die Falschen. Die können’s nicht.
Das kam in knap 70 Jahren Republik noch nicht vor. Das Merkel-Schäuble-Gespann hat den diätischen Demokratiebrei so fleiß-fade gerührt, dass keiner mehr ran will. Die Kassen sind voll, Zutaten gibt’s zu Genüge. Aber das Land hat keine Vison, keine Rezeptidee. Da kommt nun ausgerechnet einer von den Grünen Unterhändlern und sagt: Lasst uns Neuwahlen machen. Wahlen sind das Salz in der Suppe der Demokratie.
Als ob die Demokratie der Zweck wäre und nicht nur das Mittel. Und auch volle Kassen sind nicht das Ziel, sondern bestenfalls ein Zeichen.
Soll nun also „gesalzen “ oder erstmal in Minderheit regiert und das Parlament in Position gebracht werden? Das ist allerdings durch das unselige Ergebnis vom 24. September so aufgebläht worden, dass der Traum von verlagerter Kompetenz eher zum Albtraum werden dürfte. Zum Albtraum in besonderem Maße für unsere Region, die, mit oder ohne Politik-Konzept, sanft wegkommen muss von der Kohleverstromung zu neuen energetischen Ufern. Die Lausitz ist gerade jetzt das Opfer der gewesenen Politik. Und eine neue, die Willens wäre, den Schaden zu begrenzen, steht nicht in Aussicht. Immer weniger Menschen wollen Merkel, die aber darauf nicht achtet. Sie kennt nur sich und das Versprechen, das sie sich gegeben hat. „Vier Jahre, ja, die mach’ ich.“ Als ob nichts gescheitert wäre. Rot-rot-Grün sortieren sich, und die AfD atmet kräftig durch.
Wenn da mal am Ende nicht eine vollkommen versalzene Suppe auf den Tisch kommt. Und dann doch noch das große Erschrecken.


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