Sonntag, 17. Dezember 2017 - 09:20 Uhr | Anmelden

Anzeige

Spremberg: „Was ihr seid, das waren wir“

24. November 2017 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Spremberg | | Teilen

In unserer letzten Ausgabe hatten wir den Eingangsbereich zum Georgenbergfriedhof in Spremberg gesucht

Leser erinnern sich an das alte Eingangstor vom Georgenberg-Friedhof.

Mehrere Leser haben die richtige Lösung zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehört auch Manfred Gnida. Er schreibt folgendes: „Ein Bild, dessen Standort zurzeit durch Wiederaufbau aktuell ist. An der Georgenstraße beim Abzweig zur Kirschallee entstand dieses Foto des historischen Portals. Schon eine Postkarte aus dem Jahr 1913 nutzt diesen Anblick als Motiv. Ebenfalls sehr begehrt der etwas höhere befindliche Germaniastein am Abzweig zur Kirschallee, der sich heute noch an der Stelle befindet. Diesen Stein stiftete der Männergesangsverein Germania einst zum 40. Jubiläum. Anno 1828 wurde der Georgenbergfriedhof angelegt. Das Tor war der Anfang zur Auffahrt zur St. Georg-Kapelle, der Leichenhalle und den Begräbnisstätten. Noch in den 1950er- und 60er-Jahren nutzten die Fuhrgeschäfte Schwausch und Künstler den mit Feldsteinen gepflasterten steilen Anstieg mit zwei Pferden vorgespannten Leichenwagen. Persönlich kenne ich noch diesen Eingang mit seinen zwei Säulen und den daran befindlichen Tafeln. Diese Tafeln mit den sinnvollen Aussagen links ‘Was ihr seid, das waren wir’ und rechts ‘Was wir jetzt sind, das werdet ihr’, wurden erst später angebracht. Auf den Pfeilern waren rechts und links Eisenkreuze, und beide Säulen wurden mit einem Querbalken mit der Aufschrift ‘Ruhestätte’ in Großbuchstaben verbunden. Den Eingang ziert ein schönes zweiflügliges Holztor. Leider wurde die St. Georg-Kapelle am 10. Juni 1974 ohne jegliche Diskussion mit einem Bergpanzer eingerissen. In der Zeit, so denke ich, verschwand auch das Eingangstor. Der alte Georgenfriedhof wurde zum Stadtpark umgestaltet, und dieses ehemalige Eingangstor wir auf vielseitigen Wunsch neu errichtet. Im September 2017 erfolgte der Baubeginn, die Säulen stehen schon, und der Schmiedemeister Erhard Merkel aus Friedrichshain zeigte schon die neuen Kreuze. Ein Holztor soll nicht mehr sein. Die Erneuerung erinnert an das historische Portal und ist eine weitere Perle für die Stadt. Sollte die Laga 2022 nach Spremberg kommen, so ist dieser Teil ein Besuch wert und kann als kleines Denkmal bezeichnet waren.“
Bescheid weiß auch H.-J. Klammer: „In der Ausgabe vom 18.11. ist das Tor zum alten Friedhof auf dem Georgenberg zu sehen. Das Straßenpflaster bzw. die Bordkante zeigen, dass es sich um ein sehr altes Foto handelt. Schon als Kind haben mich die Inschriften auf den beiden Säulen fasziniert. Sie lauten :’Was ihr seid , das waren wir’ und ‘Was wir sind, das werdet ihr’. Obwohl die Straße zwischenzeitlich im wesentlich besseren Zustand war, kann ich mich an ein Ereignis in unmittelbarer Nähe zu diesem Tor erinnern. Mein Vater hatte ein Tempo-Dreirad-Kastenwagen, mit dem wir auch unsere Produkte (Brot und Brötchen) auslieferten. Um diese nach Sellessen zu bringen, sind wir den alten Georgenberg hochgefahren. Da es Winter glatt war, musste ich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, mit einem Eimer voll Streusand zwischen den Beinen und aus dem Schiebefenster heraus Streusand nach vorn unter das Antriebsrad werfen, damit wir den Berg rauf und an diesem Tor vorbei gekommen sind.“
Gewonnen hat Erika Naumann.


| Teilen |

Anzeige

Schreibe einen Kommentar


Das könnte Sie auch interessieren