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Drei Orte ziehen gemeinsam an einem Strang

29. Januar 2018 | Von | Kategorie: Region, Spremberg, Top-Themen | | Teilen

Wohnen und Arbeiten im Grünen – der Spremberger Ortsteil Sellessen bietet weit mehr als eine lange Ortsdurchfahrt zum Stausee

In Sellessen begrüßt das Café „JäckValentin“ seine Gäste mit kunstvollen, handgefertigten Produkten. Für die zwei Inhaberinnen Sandra Jäckel ( rechts im Bild ) und Katharina Valentin bedeutet die Konditorei und Patisserie dabei mehr als nur süße Leckereien. Foto: J.Schötz

Sellessen ( js/jk). Südwestlich und südöstlich der Talsperre Spremberg befindet sich zur Stadt Spremberg gehörenden Ortsteil Sellessen. Genauer gesagt ist es ja ein Zusammenschluss der drei Orten Sellessen, Bühlow und Muckrow. Die Eingemeindung in die Stadt Spremberg ab September 1998 kam übrigens erst durch einen Bürgerentscheid im zweiten Anlauf zustande. Sellessen liegt im wendisch/sorbischen Siedlungsgebiet und heißt auf wendisch Zelezna, abgeleitet von Zelezo für „Eisen“. Das erklärt vielleicht ein wenig die Beharrlichkeit der Sellessener, wenn es um ein Projekt in ihrem Ort geht. Gleich nebenan liegen die neuen Häuser von Neu-Haidemühl, das im Zuge der Umsiedlung durch die fortschreitende Braunkohlenförderung des Tagebaus Welzow-Süd Umsiedlung entstand.  Die Talsperre dient heute neben der Wasserrückhaltung mehr denn je dem Tourismus und der Erholung. Viele Fahrrad-Touristen nutzen das gut ausgeprägte Radwegenetz mit Anschluss zur gesamten Niederlausitz-Region. Auf dieses Thema kommen wir etwas später noch einmal zu sprechen. Die Wohnbauten ermöglichen eine interessante Zeitreise, denn gebaut wurde immer wieder. Altehrwürdige Ziegelhäuser stehen gleichberechtigt neben Fertigteilhäuser jüngerer Bauart. Verschieden kleinere und größere Unternehmen haben sich rechts und links der Hauptstraße angesiedelt, im einst angedachten umfangreichen Gewerbegebiet stehen einige Objekte leer, bedingt auch durch die Verlagerung an andere Orte.

Holz kann mehr, als mancher denkt.

Seit über 90 Jahren ist die Firma Gebrüder Noack am Standort Sellessen zu finden. Was als kleine Zimmerei und Sägewerk seinen Anfang nahm, zeigt sich mittlerweile als beständiges mittelständisches Unternehmen mit großem Know-how auf dem  Gebiet des Baustoffes Holz. Zum Unternehmen zählen das Sägewerk, der Holzbau, der Holzfachmarkt und der Holzhausbau. Es wird Listenholz nach Kundenwunsch sowie Konstruktionsvollholz sowie Brettschichtholz aus regionalen Hölzern in eigener Produktion gefertigt. Sehr gefragt sind auch Bausätze für Carports, Dachstühle und das Anfertigen diverser Bauteile aus Holz. Einzigartig in unserer Region ist die Planung, Produktion und Montage von Holzhäusern aus massiven Vollholzwänden. Modern, individuell und massiv präsentieren sich die Häuser von Gebrüder Noack. Zudem bieten diese Häuser einen hohen Wohnkomfort durch die Verwendung natürlicher Materialien. Sie sind daher überaus wertbeständig. Die Qualität wird hierbei ständig kontrolliert und in Qualitätssiegeln dokumentiert. Das Angebot der Gebrüder Noack wird durch den Holzfachmarkt abgerundet. Hier finden die Kunden alles zur Verschönerung ihres Hause und Gartens mit angenehmer Beratungsatmosphäre. Zur Produktpalette zählen unter anderem ein große Auswahl an Bodenbelägen wie Parkett, Massivholzdielen, Kork aber auch Laminat und Vinylbeläge, Holzfassadenelemente, Farben, verschiedenste Terrassenbeläge und dazugehörige Unterkonstruktionen, Befestigungsmittel sowie Gartenmaterial und vieles mehr.  Wer einmal hinter die Kulissen von Gebrüder Noack schauen möchte, der sollte sich den 21. April 2018 vormerken. Dann findet von 9 bis 12 Uhr eine Präsentation zu den Themen Terrassen und ihre Reinigung und Pflege sowie Führungen durch das Sägewerk und den Holzbau statt.

Echter Geschmack und echte Handarbeit

Ihren Weg in die Selbstständigkeit haben Katharina Valentin und Sandra Jäckel, Inhaberinnen des Cafe JäckValentin in der in der Muckrower Straße in Sellessen nicht bereut. Sandra Jäckel ist Konditormeisterin, ihre Partnerin Katharina Valentin ist gelernte Hotelfachfrau und hat sich an der Fachschule für Zuckerartistik in Köln in diesem Metier ausbilden lassen. Seit der Eröffnung im Mai letzten Jahres konnte das Damenteam nun ihren Traum leben.  Nicht nur, dass sie auf viele Stammkunden verweisen können, auch ihre Bekanntheit ist inzwischen weit über die Grenzen der Stadt hinaus nach Cottbus und Hoyerswerda angestiegen. Im Januar haben sie sich eine Winterruhe im täglichen Betrieb gegönnt um Kraft zu tanken und neue Rezepte auszuprobieren. Ab Februar ist wieder täglich außer Dienstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.  „Wir sind ein Handwerksbetrieb, darauf legen wir Wert. Wir setzen auf natürliche Zutaten und verzichten auf fertige Backmischungen, Verstärker, künstliche Aromen und andere Zusatzstoffe.“, so Katharina Valentin.
Zum Valentinstag am 14. Februar fühlen sich die Damen ihrem Namen verpflichtet und bieten ein 3-Gänge Valentins-Menü an. Dies kann nach Absprache gern auch vegetarisch angepasst werden. Ein  leckerer Aperitif ist inklusive. An diesem Tag ist übrigens bis 21.30 Uhr geöffnet – also rechtzeitig anrufen, reservieren und den Alltag versüßen lassen. Und wer noch ein besondere Geschenk sucht, das vom Herzen kommt: hier werden kleine und große Backwerke auch personalisiert. Motivtorten, kunstvolle Gebäcke, Hochzeitstorten oder einfach nur eine Torte als Geschenk oder Dankeschön – also warum sollen es immer nur die fertig beschrifteten Lebkuchenherzen zur Weihnachtszeit sein? Weitere Aktionen und Angebote wie Bonbon- und Lutscherkurse, Kneten mit Modellierschokolade sind neben dem eigentlichen Angebot in Planung. Der gemütliche Gastraum bietet Platz für  bis zu 70 Sitzplätzen. Natürlich gibt es dann nicht nur Süßes, sondern in Absprache mit den Gästen werden abwechslungsreiche warm-kalte Buffets zusammengestellt. Im Sommer kann auch ein Festzelt mit bis zu 200 Personen bewirtet werden. Ach ja, noch ein Tipp von uns: beim nächsten Besuch bei JäckValentin beim Bezahlen die Servicekraft fragen, ob denn Lusia da ist – und sich überraschen lassen. Aber Achtung: Lusia besucht das Cafe nur  bis zum 31.März 2018.

Stolz und Sorgenfalten

Hardy Kordian ist bereits in der dritten Periode der Ortsvorsteher von Sellessen. Zurückblickend auf das Jahr 2017 freut er sich vor allem über ein wirklich aktives Dorfleben. „Gerade solche gemeinschaftlichen Aktionen wie der beliebte Maskenball, der kürzlich wieder begeisterte, vereint die Sellessener und viele Gäste.“ Der Dorfclub, der Jugendclub, der Sportverein und viele Einwohner sorgen für die Fortführung von Traditionen und organisieren zum Beispiel das Zampern, den Frühjahrstanz, das Maibaumstellen oder auch das Winzerfest und das Adventsgrillen.  Besonders liegt Hardy Kordian der Flächenbebauungsplan am Herzen. „Dörfer dürfen nicht zum Auslaufmodell werden. Wenn wir junge Leute zu uns zurück locken wollen, dann muss es auch genügend und bezahlbares Bauland geben. Es droht sonst die Gefahr, dass Dörfer regelrecht ausbluten.“
Auch die Feld- und Waldwege bereiten ihm Kopfzerbrechen. „Die sind nicht optimal auf die zunehmend schweren Fahrzeuge der landwirtschaftlichen Nutzung und der Holzernte ausgerichtet. Da müssen wir gemeinsam Lösungsansätze finden, ehe das alles  irreparabel und letztendlich unbezahlbar wird.“  Die Neueröffnung des schon erwähnten Cafes JäckValentin und die Einweihung des Fahrrad-Infostützpunktes im vergangenen Jahr erfüllen den Ortsvorsteher mit großer Freude. Umso größer ist sein Unverständnis, dass es immer wieder zu Sachbeschädigungen oder gar Diebstahl einzelner Elemente kommt. „ Da steckt so viel Arbeit, so viel Liebe und nicht wenig Geld drin – und dann so was? Mit welchen Gefühlen sollen wir denn dann unsere nächsten Vorhaben angehen?“ erbost sich Hardy Kordian. Geplant sind unter anderem die Instandsetzung einiger Buswartehäuschen und eine neue Infotafel für Fahrradwanderer: „Die muss natürlich wetterfest sein. Und die Ziele sollen in der näheren Umgebung sein, nicht zwanzig Kilometer weit entfernt. Auch die Gaststätten sollen vermerkt werden. Kleinere Entfernungen oder kürzere Streckenangaben locken dann auch vielleicht wieder mehr Familien mit ihren Kindern am Wochenende aufs Rad.“

Bereits seit 2003 setzt sich Hardy Kordian unermüdlich für die Belange der Einwohner von Sellessen ein. Sein größter Wunsch? „Ich möchte gesund bleiben, wir haben noch viel vor.“ Foto: J.Kurze

 


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