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Bewegender Empfang der Doppelstadt

5. Februar 2018 | Von | Kategorie: Guben, Region | | Teilen

Beide Rathäuser verweisen stolz auf Erreichtes

Guben-Gubin (MB). Gubens amtierender Bürgermeister Fred Mahro und das Gubiner Stadtoberhaupt Bartłomiej Bartczak haben am 26. Januar 2018, rund 160 Gäste aus Wirtschaft, Politik,
Vereinsleben und Gesellschaft zum gemeinsamen Neujahrsempfang der deutsch-polnischen Eurostadt im Gubiner Kulturhaus begrüßt.
Die Festveranstaltung über Grenzen hinweg stand im Zeichen der Zusammenarbeit in der Doppelstadt – auf sämtlichen Ebenen. Mit einer Schweigeminute gedachten die Gäste zunächst dem erst im Dezember 2017 verstorbenen, hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Guben, Klaus-Dieter Hübner. Den Auftakt zum zweisprachigen Empfang bot ein Film zur Stadt Gubin. Gubins Bürgermeister Bartłomiej Bartczak blickte in seiner Eröffnungsrede vor allem auf gemeinsame EU-Förderprojekte und städtische Investitionen im Jahr 2017, wie den Ausbau des Kindergartens Nr. 3 oder den Baustart zur Galeria Hosso – in dem Einkaufszentrum sollen zirka 300 Arbeitsplätze entstehen.Das Einkaufshaus wird aus drei Stockwerken bestehen und 11 000 Quadratmeter Platz bieten. Eine Fertigstellung ist Mitte 2018 geplant.
Im polnischen Gewerbegebiet entstanden neue Fabriken von einem deutschen Kühl- und Kältesystem-Hersteller. Mehrere Hundert Arbeitskräfte werden dort beschäftigt. Auch die Firma Tekra, die 245 Mitarbeiter beschäftigt, baut eine 5. Halle. „Wir freuen uns über eine steigende Bevölkerungszahl und wollen auch in 2018 weiter investieren, unter anderem in die Straßeninfrastruktur, sagt der Rathauschef“. Gubens amtierender Bürgermeister Fred Mahro ging in seiner Rede unter anderem auf den um rund hundert Arbeitsplätze gewachsenen Standort des Industriegebiets-Süd und die gelebte Partnerschaft mit den Städten Gubin und Laatzen (Niedersachen) ein. „Trotz der derzeit niedrigen Arbeitslosigkeit werden wir in Guben jedoch weiter täglich für den Erhalt und Ausbau guter Arbeit kämpfen müssen“.
Mahro überreichte im Zuge seiner Ansprache folgenden Bürgerinnen und Bürgern, die sich kürzlich in verschiedenen Bereichen für die Neißestadt stark gemacht haben, einen symbolischen Hut als Präsent: Karsten und Daniel Löhr (Geschäftsführer Megaflex Schaumstoff GmbH), Frank Pritzsche (Geschäftsführer Hoffmann Möbel), Frank Müller (Schulleiter Friedensschule), Horst Wetzel (Mitglied Netzwerk Flucht und Migration), Horst Kühn (Vorsitzender Seniorenbeirat Guben), Sieghard Bierholdt (Stellvertretender Leiter Bundespolizeiinspektion Forst), Nico Hammel (Stadtjugendwart Feuerwehr Guben), Gert Richter (Ortsvorsteher Deulowitz), Sigrid Noack (renommierte Gubener Künstlerin) sowie den beiden Bürgermeistern aus Gubin und Laatzen.
Der Laatzener Bürgermeister Jürgen Köhne überreichte im Gegenzug augenzwinkernd Äpfel aus seiner Stadt als Gastgeschenk und verwies in seinen Grußworten auf die gewachsenen Freundschaftsbeziehungen der Partnerstädte sowie den gewinnbringenden Austausch zu verschiedenen Themen, wie der Flüchtlingsbetreuung oder Wirtschaftsförderung. Köhne: „Man ist sich hier beiderseits der Neiße bewusst, dass es nur gemeinsam geht und mit einem gemeinsamen Bekenntnis zur Europäischen Union“. Als „Brückenbauer der Eurostadt Guben-Gubin“ sind im Anschluss stellvertretend zwei Frauen durch Czesław Fiedorowicz, langjähriger Präsident der Euroregion Spree-Neiße-Bober und Vorsitzender vom Sejmik der Wojewodschaft Lubuskie, und den Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger besonders geehrt worden: Ilona Petrick, ehemalige Geschäftsführerin der Euroregion in Guben, und Bozena Buchowicz, Leiterin der Gubiner Geschäftsstelle. „Ohne ihren Fleiß wären viele Unternehmungen und Projekte in der Doppelstadt nicht möglich gewesen“, betonte Fiedorowicz. Das gilt auch für Halina Nodzak als Leiterin des Gubener Stadtchors und des Chores Gloria Domine Gubin und für Günter Quiel als Vorsitzenden des Fördervereins für den Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche in Gubin. Sie beide sind für ihr langjähriges Engagement in der grenzübergreifenden Zusammenarbeit durch die Rathauschefs aus Guben und Gubin gewürdigt worden. Zudem ist Andrzej Iwanicki feierlich derTitel „Ehrenbürger der Stadt Gubin“ verliehen worden. Als Chef eines Möbelunternehmen mit Sitz in Gubin trägt er Verantwortung für rund 800 Beschäftige und ist als Förderer sozialer, sportlicher und kultureller Projekte in Erscheinung getreten. Der Unternehmer kündigte eine Fortsetzung seines Engagements an und nahm die Ernennungsurkunde sichtlich gerührt entgegen. Dass „Wir“ im Friedensprojekt Europäische Union noch stärker in den Vordergrund zu stellen, riet auch der Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese (SPD) in seinem Grußwort. „Sie haben hier einen Grundstein für ein gemeinsames Europa gelegt – machen Sie weiter so“, appellierte der Ehrengast des Guben-Gubiner Neujahrsempfangs. Zum Abschluss wurde erstmals ein neuer Imagefilm über die Neißestadt gezeigt, der im Auftrag des Gubener Heimatbunds e.V. und in Kooperation mit den Städtischen Werken Guben entstand.

Gubens amtierender Bürgermeister Fred Mahro (l.) und das Gubiner Stadtoberhaupt Bartłomiej
Bartczak (r.) begrüßten gemeinsam mit den Vorsitzenden der beiden Stadtverordntenverammlungen
Kerstin Nedoma und Edward Patek die Besucher des Neujahrsempfanges 2018 der Doppelstadt im Gubiner Kulturhaus Fotos: Stadt Guben


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